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Der geplante ITER Vakuum-Kessel für die Kernfusion wiegt 8000 Tonnen - also ein wenig mehr als der Eiffelturm. Foto: ITER.

Der geplante ITER Vakuum-Kessel für die Kernfusion wiegt 8000 Tonnen - also ein wenig mehr als der Eiffelturm. Foto: ITER.

Aktuell - Dienstag 20 Juli 2010 - Energie und Klimaschutz

Kommission will Gelder umschichten

Finanzierungsvorschlag für Kernfusionsprojekt ITER

Ungenutzte EU-Mittel und Gelder aus dem 7. Forschungsrahmenprogramm sollen das Kernfusionsprojekt ITER retten. Die zuständigen Kommissare sind sich sicher: "Der ITER kann für die Zukunft eine sichere, umweltfreundliche und unerschöpfliche Energiequelle darstellen."

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Die Europäische Kommission hat einen neuen Finanzierungsvorschlag für das strauchelnde Kernfusionsprojekt ITER Opens external link in new windowvorgelegt. Aus dem siebten Forschungsrahmenprogramm könnten 100 Millionen Euro 2012 und 360 Million Euro 2013 verwendet werden, teilte die Kommission am Dienstag in Brüssel mit. Möglich sei auch eine Umleitung ungenutzter EU-Mittel in Höhe von insgesamt fast einer Milliarde Euro. Europaparlament und Mitgliedstaaten müssen den Vorschlägen noch zustimmen.

Die EU-Kommissare Janusz Lewandowski (Haushalt) und Máire Geoghegan-Quinn (Forschung),Opens external link in new window erklärten: "Der ITER kann für die Zukunft eine sichere, umweltfreundliche und unerschöpfliche Energiequelle darstellen. Dies ist ein enormer Vorteil, vor allem, wenn man berücksichtigt, dass die EU 2008 im Energiebereich ein Handelsdefizit von fast 400 Milliarden Euro zu verzeichnen hatte." Daher müsse sich die EU trotz der aktuellen Finanzierungsschwierigkeiten zukunftsorientiert und entschlossen zeigen und ihren internationalen Verpflichtungen im Zusammenhang mit diesem Projekt nachkommen.

Das ITER-Projekt steht in der Kritik. Deutschland solle sofort aus dem Kernfusionsprojekt ITER aussteigen, fordert der Kernphysiker und Greenpeace-Experte Heinz Smital im Opens external link in new  windowEurActiv.de-Interview. Die Politik versenke "sinnlos" Geld in einer Technologie, die ihre Verheißungen nicht erfüllen könne.

Kostenexplosion und Kritik


Auch die Grünen setzen sich für ein Ende der Förderung ein (Opens external link in new windowEurActiv.de vom 13. Juli 2010). "Mehrere Studien haben in diesem Jahr gezeigt, dass erneuerbare Energien bis 2050 den gesamten Energiebedarf der EU decken können. Die Atomfusion wird bis dahin nicht kommerziell betrieben werden, sie ist somit irrelevant für die europäische Energiezukunft", so Rebecca Harms, Vorsitzende der Grünen/EFA-Fraktion im EU-Parlament.

Die ursprünglich angesetzten Kosten für ITER allein aus EU-Kassen in Höhe von 2,7 Milliarden Euro haben sich mehr als verdoppelt. In Frankreich wollen Wissenschaftler ab 2020 in dem Fusionsreaktor die Sonne imitieren und damit die Energieprobleme der Zukunft lösen. ITER-Projektpartner sind die EU als Hauptfinanzier sowie die USA, Russland, China, Japan, Indien und Südkorea.

Die Kommission will jetzt mit ihrem Finanzierungsvorschlag in die Verhandlungen des ITER-Ratstreffens am 27. und 28. Juli gehen.

dpa/awr

Mehr zum Thema

EurActiv.de: Opens external link in new  windowITER - "Kernfusionsforscher blenden die Politik" (15. Juni 2010)

 

Links / Dokumente / Download

 


EU-Kommission:
Opens external link in new windowKommission schlägt Finanzierungsplan für ITER vor. Pressemitteilung (20. Juli 2010)

EU-Kommission:
Opens external link in new  windowITER: aktueller Stand und Zukunftsperspektiven. Mitteilung (4. Mai 2010)

Rat: Opens external link in new  windowTagung des Rates Wettbewerbsfähigkeit (Binnenmarkt, Industrie und Forschung) (26. Mai 2010)

ITER: Opens external link in new windowInternetseite

bundeskanzlerin.de: Opens external link in new windowVideoblog zur Kernfusion - "Die Zukunft der Energie" (30. Januar 2010)



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