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Globales Europa


Trauernde und betende Menschen in einem Dorf nahe Jalalabad. Bei den Unruhen in Kirgistan sind nach Einschätzung des Roten Kreuzes deutlich mehr Menschen ums Leben gekommen als von den Behörden angegeben. Foto: dpa

Trauernde und betende Menschen in einem Dorf nahe Jalalabad. Bei den Unruhen in Kirgistan sind nach Einschätzung des Roten Kreuzes deutlich mehr Menschen ums Leben gekommen als von den Behörden angegeben. Foto: dpa

Aktuell - Donnerstag 17 Juni 2010 - Globales Europa

Unruhen in Zentralasien

Hilfswelle für Kirgistan läuft an

Die Vereinigten Staaten stellen Kirgistan 6,5 Millionen Dollar finanzielle Unterstützung zur Verfügung. Die EU stellt als Soforthilfe 5 Millionen Euro bereit. Am Freitag wird ein hochrangiger US-Diplomat nach Bischkek reisen. Unterdessen verhandelt Kirgistan weiter mit Russland über ein militärisches Engagement.

Angesichts der blutigen Unruhen in Kirgistan und der Flüchtlingswelle in der zentralasiatischen Region läuft eine erste Hilfswelle des Westens an. Die USA wollen zunächst 6,5 Millionen Dollar (knapp 5,3 Millionen Euro) zur Verfügung stellen, wie Außenamtssprecher Philip Crowley am Mittwoch in Washington mitteilte. Kurz zuvor hatte US-Außenministerin Hillary Clinton mit der kirgisischen Übergangspräsidentin Rosa Otunbajewa telefoniert. Die Europäische Union stellt als Soforthilfe 5 Millionen Euro bereit.

Clinton erörterte mit Otunbajewa unter anderem die längerfristigen humanitären Bedürfnisse im Land, sagte Crowley. Die daraufhin zugesagten 6,5 Millionen Dollar sollen vor allem dazu verwendet werden, Flüchtlinge mit Essen zu versorgen. Crowley stellte weitere finanzielle Hilfe in Aussicht.

Robert Blake am Freitag in Bischkek

Robert Blake, im US-Außenministerium für Süd- und Zentralasien zuständig, werde am Freitag und Samstag in die Hauptstadt Bischkek reisen und dort mit kirgisischen Vertretern über die Lage beraten, kündigte ein Sprecher des US-Außenministeriums am Dienstagabend an. Die USA hätten erkannt, dass vor Ort kurzfristig dramatische humanitäre Bedürfnisse entstünden.

Es solle darüber gesprochen werden, wie am besten geholfen werden könne. Blake habe bereits telefonisch mit der Chefin der Übergangsregierung, Rosa Otunbajewa, gesprochen. Er werde auch in das usbekische Fergana-Tal reisen, wo Zehntausende Flüchtlinge ausharren. In den nächsten Tagen wird die Zentralasien-Beauftragte des Bundesaußenministeriums, Patricia Flor, in das Gebiet reisen.

Orosow verhandelt mit Moskau


Der Sekretär des kirgisischen Sicherheitsrats, Alik Orosow, verhandelte in Moskau über ein mögliches militärisches Engagement Russlands in der Region. Allerdings will das von Russland geführte Militärbündnis OVKS (Organisation des Vertrages über kollektive Sicherheit) nur technische und humanitäre Hilfe und keine Friedenssoldaten in das Hochgebirgsland an der Grenze zu China entsenden.

5 Millionen Euro von der EU


Die von der EU-Kommission zur Verfügung gestellten fünf Millionen Euro sind für medizinische Versorgung, Unterkünfte, Wasser und Nahrung der Flüchtlinge vorgesehen. Das EU-Geld wird nach Angaben eines Sprechers an Nichtregierungs-Organisationen sowie die Vereinten Nationen und das Rote Kreuz weitergereicht. Voraussichtlich werde die Summe erhöht, sobald die Kommission genauere Informationen über den Umfang der benötigten Hilfe habe. "Die Lage ist sehr ernst, und wir mussten schnell handeln", wurde die für humanitäre Hilfe zuständige EU-Kommissarin Kristalina Georgiewa zitiert.

Die Lage der Flüchtlinge im Gebiet zwischen Kirgistan und Usbekistan gilt als äußerst schwierig. Alle großen Übergänge nach Usbekistan seien geschlossen, da das Nachbarland keine Kapazitäten zur Unterbringung besitze, sagte ein Mitarbeiter der kirgisischen Grenzbehörden.

Lage weiterhin explosiv


Die Lage in der zentralasiatischen Republik bleibt weiterhin äußerst explosiv. Im Süden des Landes lieferten sich Kirgisen und Angehörige der usbekischen Minderheit erneut Feuergefechte und beschossen sich mit Granaten. Das teilte die Interimsregierung in der Hauptstadt Bischkek am Mittwoch mit. Bei den Auseinandersetzungen sind seit April nach offiziellen Angaben rund 200 Menschen ums Leben gekommen. Jedoch schätzt das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) die Zahl auf mehrere Hundert, wie die Agentur Akipress meldete.

dpa / rtr / dto

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EU-Kommission: Opens external link in new windowPressemitteilung - Europäische Kommission stellt 5 Mio. EUR für humanitäre Soforthilfe in Kirgisistan bereit (16. Juni 2010)

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