Die Briten ignorieren Catherine Ashton
Eigentlich soll EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton Europa ein Gesicht und eine Stimme in...
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Tüte mit Sprengkraft aus dem Duty-free-Shop (Foto: dpa)
Aktuell - Donnerstag 31 Dezember 2009 - Globales Europa
Die Deutsche Polizeigewerkschaft fordert die EU auf, schnellstmöglich ein EU-weites Verkaufsverbot von potenziell gefährlichen Stoffen zu erlassen. Duty-free-Shops und Restaurants in Flughäfen böten alles, was Terroristen für den Bombenbau bräuchten.
Nach dem gerade noch verhinderten Anschlag auf ein US-Passagierflugzeug gerät in der Debatte über schärfere Sicherheitsmaßnahmen das Angebot der Duty-free-Shops in die Kritik. Die Deutsche Polizeigewerkschaft fordert ein Verkaufsverbot für Parfüm, hochprozentigen Alkohol, Feuerzeuge und Rasierklingen im Abflugbereich aller Flughäfen der Europäischen Union.
Der Vorsitzender der Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, kritisierte in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Donnerstag-Ausgabe): „Jenseits der Sicherheitsschleusen bekommen mögliche Attentäter in Duty-free-Shops und Restaurants alles, was sie für den Bombenbau brauchen.“
Vergangenen Freitag hatte ein 23-jähriger Nigerianer versucht, ein Flugzeug aus Amsterdam kurz vor der Landung in Detroit (USA) zum Absturz zu bringen. Der Vorfall hatte auch in Deutschland eine Diskussion über die Flugsicherheit ausgelöst.
Wendt forderte die Europäische Union auf, schnellstmöglich ein EU-weites Verkaufsverbot für potenziell gefährliche Stoffe zu erlassen. Zudem müsse es Restaurants untersagt werden, im Abflugbereich Metallbesteck an Fluggäste auszugeben. „Die Sicherheitsinteressen der Bürger müssen Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen haben“, sagte Wendt.
Ähnlich äußerte sich auch die Piloten-Vereinigung Cockpit. „Auch das Sortiment der Duty-free-Shops kann ein Sicherheitsrisiko darstellen“, sagte ihr Sprecher Jörg Handwerk dem „Tagesspiegel“ (Donnerstag-Ausgabe). Während Passagieren bei der Kontrolle häufig harmlose Sachen abgenommen würden, könnten sie gleich dahinter oft brisante Dinge erwerben.
selbst habe in London seine Wasserflasche abgeben müssen und danach im Duty-free-Shop Rasierklingen kaufen können. Damit könne man zwar kein Flugzeug sprengen, aber die Besatzung angreifen, sagte Handwerk.
Der Gewerkschafter Wendt sprach sich ferner für Ausweiskontrollen an den Sicherheitsschleusen der Flughäfen aus, um ein Einschleusen von Attentätern in Flugzeuge zu verhindern. „Heute können Kriminelle einfach die Bordkarte eines Dritten übernehmen, damit die Sicherheitskontrolle passieren und unerkannt die Maschine besteigen. Das ist ein riesiges Sicherheitsdefizit“, warnte Wendt.
Die Polizeigewerkschaften lehnen Nacktscanner dagegen ab. Das gehe zu weit, sagte Wendt. „Sie verstoßen gegen die Menschenwürde. Sie sind auch nicht nötig, wenn mehr Personal eingesetzt wird.“ Die Privat- und Intimsphäre der Passagiere dürfe nicht verletzt werden, mahnte auch der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Konrad Freiberg.
dpa, red.

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