"Die EU muss ihre 'hard power' weiterentwickeln"
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Nur 16 Prozent der Briten haben kürzlich etwas von der EU-Außenbeautragten Catherine Ashton in ihren nationalen Medien gesehen oder gehört. Foto: EC
Aktuell - Mittwoch 8 Februar 2012 - Globales Europa
Eigentlich soll EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton Europa ein Gesicht und eine Stimme in der Welt geben. Doch ausgerechnet von ihren eigenen Landsleuten wird sie ignoriert.
Nur 16 Prozent der Briten haben kürzlich etwas von Catherine Ashton in den nationalen Medien gesehen oder gehört. Dies geht aus einer Eurobarometer-Umfrage vom Januar hervor. Die Ergebnisse wurden in der letzten Woche unter den EU-Kommissaren in Umlauf gebracht und waren nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Der "
Brussels Blog" der Financial Times hatte Einblick in das Dokument.
Ashtons Sichtbarkeit in nationalen Medien ist demnach die zweitniedrigste. Der französische Kommissar Michel Barnier wurde lediglich von acht Prozent der befragten Franzosen in den heimischen Medien wahrgenommen.
Jedoch kann der EU-Binnenmarktkommissar von sich behaupten, im Internet am meisten gefolgt zu werden. Seine Website hatte im Dezember mehr als 20.000 Besucher. Damit ist er nach EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso, dessen Website im Dezember 35.000 Besucher verzeichnen konnte, der populärste Kommissar im Netz.
Barniers hohe Sichtbarkeit lässt sich anhand der Themen erklären, mit denen er sich beschäftigt. Diese machen ihn wahrscheinlich für ein internationales Publikum interessanter als für das heimische. Die Reformen der EU-Finanzvorschriften, die insbesondere die City of London betreffen, treffen wie zu erwarten auf ein höheres Interesse in Großbritannien als in Frankreich.
Eine solche Erklärung lässt sich jedoch nicht auf Ashton anwenden. Obwohl sie im globalen Maßstab für das sichtbarste Dossier zuständig ist, attestiert ihr die Umfrage eine sehr schlechte Leistung im Internet.
Im Dezember hatte ihre Website weniger als 8.000 Besucher, obwohl sich die EU in diesem Monat für Sanktionen gegen den Iran und Syrien entschied.
Der Kommissar mit der höchsten Sichtbarkeit "zu Hause" ist Olli Rehn, dessen Beschäftigung mit der Wirtschaftskrise als EU-Währungskommissar ihn in diesem Fall zum logischen Gewinner macht. 45 Prozent der befragten Finnen erklärten, dass sie ihn vor kurzem in nationalen Medien gesehen oder gehört hätten. Rehns Website hatte im Dezember über 11.000 Besucher.
Zweiter wurde John Dalli, der zuständig für Gesundheit und Verbraucherschutz ist. In seiner Heimat Malta ist er wohlbekannt. Man könnte argumentieren, dass dies nicht sonderlich schwierig sei bei etwas mehr als 400.000 Einwohnern. Dieser Einwand wird jedoch von der Tatsache geschwächt, dass Dalli zu den 10 bekanntesten Kommissaren im Netz zählt.
Industriekommissar Antonio Tajani kommt an dritter Stelle im Ranking der nationalen Sichtbarkeit. 40 Prozent der italienischen Befragten gaben an, ihn aus Medienberichten zu kennen.
Der belgische Kommissar Karel De Gucht, für Handel zuständig, erzielte trotz seiner Präsenz in Brüssel schlechte Werte in den heimischen Medien. Nur 17 Prozent der Belgier konnten sich daran erinnern, ihn in der lokalen Presse oder in Sendungen gesehen zu haben.
Die Ergebnisse der Umfrage zur Sichtbarkeit in den heimischen Medien:
Olli Rehn, Finland: 45%
John Dalli, Malta: 41%
Antonio Tajani, Italien: 40%
Siim Kallas, Estland: 40%
László Andor, Ungarn: 34%
Viviane Reding, Luxemburg: 33%
Connie Hedegaard, Dänemark: 33%
Janusz Lewandowski, Polen: 32%
José Manuel Barroso, Portugal: 31%
Janez Potočnik, Slowenien: 27%
Günther Oettinger, Deutschland: 26%
Dacian Cioloş, Rumänien: 24%
Cecilia Malmström, Schweden: 23%
Andris Piebalgs, Lettland: 23%
Máire Geoghegan-Quinn, Irland: 22%
Kristalina Georgieva, Bulgarien: 22%
Androulla Vassiliou, Zypern: 21%
Algirdas Šemeta, Litauen: 19%
Joaquín Almunia, Spanien: 19%
Maria Damanaki, Griechenland: 18%
Maroš Šefčovič, Slowakei: 17%
Johannes Hahn, Österreich: 17%
Neelie Kroes, Niederlande: 17%
Štefan Füle, Tschechische Republik: 17%
Karel De Gucht, Belgien: 17%
Catherine Ashton, Vereinigtes Königreich: 16%
Michel Barnier, Frankreich: 8%
EurActiv.com
EurActiv Brüssel:
Brits ignore Baroness Ashton (7. Februar 2012)
EurActiv Frankreich:
Michel Barnier, fantôme des médias français (3. Februar 2012) 
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