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Globales Europa


Etwa 40 Außenminister und Vertreter internationaler Organisationen haben am 29. März in London über die Situation in Libyen beraten. Foto: FCO

Etwa 40 Außenminister und Vertreter internationaler Organisationen haben am 29. März in London über die Situation in Libyen beraten. Foto: FCO

Aktuell - Mittwoch 30 März 2011 - Globales Europa

Libyen-Konferenz in London

Debatte um Waffenlieferung an Rebellen in Libyen

Soll der Westen die Rebellen in Libyen mit Waffen beliefern? Trotz Waffenembargo gegen Libyen stehen Frankreich, Großbritannien und die USA dieser Forderung offen gegenüber. Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen und Italien lehnen die Bewaffnung der Rebellen bisher ab.

Eine Allianz vor allem westlicher Staaten bombardiert seit gut einer Woche Ziele in Libyen, um nach eigener Darstellung die Zivilbevölkerung zu schützen und eine Flugverbotszone durchzusetzen. Bei der Libyen-Konferenz in London haben die Rebellen die internationale Gemeinschaft um Waffenlieferung gebeten.

Waffenembargo


Der UN-Sicherheitsrat hat am 26. Februar 2011 (Opens external link in new windowUN-Resolution 1970) ein Waffenembargo über Libyen verhängt und dieses Waffenembargo am 17. März 2011 (Opens external link in new windowUN-Resolution 1973) bekräftigt. Die EU hatte sich am 28. Februar 2011 dem Waffenembargo angeschlossen (Opens external link in new windowRatsbeschluss 119524).

Allianz für Bewaffnung


US-Präsident Barack Obama hält die Lieferung von Waffen an libysche Rebellen dagegen für möglich. Er schließe diese Option nicht aus, sagte Obama gestern (29. März) in einem Opens external link in new windowInterview mit NBC News. Derzeit würden alle Möglichkeiten zur Unterstützung des libyschen Volkes geprüft, um einen Übergang zu einem friedlicheren und stabileren Libyen zu ermöglichen. Ziel des Militäreinsatzes und der Sanktionen sei es, Machthaber Muammar Gaddafi zum Rücktritt zu bewegen.

US-Außenministerin Hillary Clinton hatte zuvor erklärt, dass die USA trotz des Waffenembargos das Recht hätten, Waffen an die Rebellen zu liefern. Die UN-Resolution genehmige militärisches Handeln zum Schutz der Zivilbevölkerung. Ob die USA Waffen liefern werde, sei aber noch nicht entschieden sei, berichtet die Opens external link in new windowNew York Times.

Frankreichs Außenminister Alain Juppé steht der Diskussion um Waffenlieferungen offen gegenüber. Allerdings sieht er die Bewaffnung der Rebellen nicht von der bisherigen UN-Resolution gedeckt, berichtet die Opens external link in new windowBBC.

Der britische Außenminister William Hague wiederum kann sich vorstellen, dass "sehr beschränkte" Waffenlieferungen an die Anti-Gaddafi-Kräfte von der UN-Resolution 1973 gedeckt seien. Großbritannien plane derzeit aber keine Waffenlieferungen.

Nato-Chef gegen Bewaffnung


Die Nato hat nach langen internen Debatte am 27. März die Verantwortung für die Militäroperationen in Libyen übernommen. Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen lehnt Waffenlieferungen an die libyischen Rebellen ab, da das nicht von der UN-Resolution gedeckt sei. "Unsere Aufgabe ist es, Menschen zu schützen, nicht, sie zu bewaffnen", sagt Rasmussen dem britischen Sender Opens external link in new windowSky News. Italien hat sich ebenfalls gegen Waffenlieferungen nach Libyen ausgesprochen.

Rasmussen legte sich aber nicht fest, wie lange die Luftangriffe andauern sollen. Nato-Vertreter haben von einem 90-tägigen Einsatz gesprochen. Der Zeitplan hänge aber von den Vereinten Nationen ab.

Rebellenrat


Der Chef des Rebellenrates in Libyen, Mahmud Dschebril, hatte bei der Libyen-Konferenz in London erklärt, nach einem Sturz Gaddafis sollten freie und faire Wahlen abgehalten werden. Er strebe ein "modernes, freies und geeintes" Libyen an.

In deutschen Delegationskreisen hieß es, Dschebril habe bei Bundesaußenminister Guido Westerwelle für eine aktive Beteiligung Deutschlands bei der Gestaltung des politischen Prozesses und um Unterstützung beim Wiederaufbau und um humanitäre Hilfe geworben. Westerwelle habe Unterstützung für einen politischen Prozess signalisiert, der alle Gruppen des Landes einbeziehe. Dabei sei klar, dass Gaddafis Zeit endgültig vorbei sein müsse.

Internationale Kontaktgruppe


Bei der Londoner Libyen-Konferenz wurde beschlossen, eine internationale Kontaktgruppe für Libyen einzurichten. Neben den Vereinten Nationen, der Afrikanischen Union, der Arabischen Liga und einzelnen EU-Staaten will sich auch die EU daran beteiligen, heißt es in einer Opens external link in new windowMitteilung von EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton.

Der britische Außenminister William Hague hatte Opens external link in new windowin London erklärt, dass die Kontaktgruppe als Forum zur Koordinierung des internationalen Einsatzes in Libyen dienen solle.

EurActiv/rtr/mka


Links


UN-Dokumente

Opens external link in new windowUN-Resolution 1973 (17. März 2011)

Opens external link in new windowStatement on Libya (6. März 2011)

Opens external link in new windowUN-Resolution 1970 (26. Februar 2011)


EU-Dokumente


Rat: Opens external link in new windowLibya: EU imposes arms embargo and targeted sanctions (28. Februar 2011)

EAD: Opens external link in new windowEU High Representative Catherine Ashton sends fact-finding team to Libya ahead of European Council (6. März 2011)

Ratspräsident: Opens external link in new windowInvitation letter by President Herman Van Rompuy to the European Council (4. März 2011)

EU-Kommission: Öffnet externen Link in neuem FensterEU ups its response to Libya’s humanitarian crisis as Commission and Hungarian presidency visit Tunisia-Libya border (3. März 2011)

Rat: Opens external link in new windowDevelopments in Libya: an overview of the EU's response

Rat: Opens external link in new windowHigh Representative Catherine Ashton convenes an extraordinary Foreign Affairs Council (3. März 2011)

Rat: Opens external link in new windowLibya: adoption of the implementing regulation on EU sanctions (2. März 2011)

Parlament:
Opens external link in new windowUnion for the Mediterranean Assembly calls for a "Marshall plan" for transition countries (4. März 2011)

Parlament:
Opens external link in new windowLibyen, der Friedensprozess im Nahen Osten und der UN-Menschenrechtsrat


Libyen-Konferenz in London

Opens external link in new windowOffizielle Website mit Informationen zur Konferenz

Opens external link in new windowWilliam Hague: Statement following the London Conference on Libya (29. März 2011)

Nato: Opens external link in new windowLondon agreement sends strong message (29. März 2011)

EU: Opens external link in new windowCatherine Ashton: Statement following the London Conference on Libya (29. März 2011)

Auswärtiges Amt: Opens external link in new windowWesterwelle bei Libyen-Konferenz in London (29. März 2011)


In der internationalen Presse

NYT: Opens external link in new windowWashington in Fierce Debate on Arming Libyan Rebels (30. März 2011)

CBS News: Opens external link in new windowObama, allies must decide on arming Libya rebels (30. März 2011)

NBC News Video: Opens external link in new windowObama: 'Gadhafi will ultimately step down' (29. März 2011)


Zum Thema auf EurActiv.de

Opens external link in new windowWesterwelle: "Große Sorge, was jetzt in Libyen geschieht" (20. März 2011)

Opens external link in new windowEU-Erkundungsteam in Libyen (7. März 2011)

Opens external link in new windowEU-Sanktionen gegen Gaddafi-Regime (28. Februar 2011)

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