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Brüssel will Europas Banken und Kunden ein Enddatum zum Umstieg auf das europäische Zahlungsverkehrssystem Sepa setzen. Dann würden nur noch die internationalen Formate IBAN (Kontonummer) und BIC (Bankleitzahl) gelten. Foto: dpa
Aktuell - Mittwoch 28 Juli 2010 - Finanzen und Wachstum
Bankkunden in Europa müssen sich bei Überweisungen schon bald auf internationale Kontonummern und Bankleitzahlen umstellen. Die EU-Kommission will einen entsprechenden Vorschlag für ein gesetzliches Ultimatum machen. Verbraucherschützer warnen bereits vor einem Chaos bei der Umstellung.
Auch im innerstaatlichen Zahlungsverkehr sollen die alten, nationalen Nummern ab spätestens 2013 nicht mehr gelten. Das sagte eine Kommissionssprecherin am Mittwoch (28. Juli) in Brüssel und bestätigte damit Medienberichte.
Brüssel will Europas Banken und Kunden nun ein Enddatum zum Umstieg auf das europäische Zahlungsverkehrssystem Sepa setzen. Dann würden nur noch die internationalen Formate IBAN (Kontonummer) und BIC (Bankleitzahl) gelten. Bei Überweisungen ins Ausland sind diese heute schon Pflicht.
Das EU-Projekt Sepa (Single European Payments Area) soll Geldtransfers in ganz Europa schneller und billiger machen; es hebt jegliche Auslandsgebühren auf.
Die meisten europäischen Banken bieten seit 2008 freiwillig Sepa-Überweisungen und seit 2009 Sepa-Lastschriften an. Da aber viele Bankkunden weiter die alten Standards benutzen, gibt es teure Parallelstrukturen. "Viele Nutzer zögern die Umstellung hinaus", sagte die Kommissionssprecherin.
Die EU-Verordnung soll laut Entwurf ein Jahr nach Verabschiedung für Überweisungen verbindlich werden und zwei Jahre danach für Lastschriften. Dem Vorschlag von EU-Binnenkommissar Michel Barnier müssen die 27 Mitgliedsstaaten und das Europaparlament zustimmen.
Verbraucherschützer befürchten ein Chaos bei der geplanten Umstellung der Kontonummern auf EU-Standard. "Viele werden mit den neuen Zahlenkolonnen überfordert", sagte Bankenexperte Frank-Christian Pauli vom Bundesverband der Verbraucherzentralen der
"Bild"-Zeitung.
So habe die IBAN (International Bank Account Number) 22 Stellen, die BIC (Bank Identification Code) 11. Betroffen wären 93 Millionen Girokonten. "EU und Banken müssen die Verbraucher endlich umfassend über das neue System informieren", forderte Pauli.
dpa / dto
EU-Kommission:
Single Euro Payments Area
Europäische Zentralbank:
Pressemitteilung - Erste Sitzung des SEPA-Rats. Erörterungen zum Endtermin für die SEPA-Migration und zur Zukunft von SEPA für Karten (7. Juni 2010)
EurActiv.com:
Die Zahlungsdiensterichtlinie: Auf dem Weg in eine bargeldlose Zukunft? (25. Januar 2010)
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