Auf Kompromisssuche vor dem Entscheidungsgipfel
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Die Commerzbank hat griechische Staatsanleihen in Höhe von 2,9 Milliarden Euro in ihren Büchern stehen. Foto: dpa
Aktuell - Montag 20 Juni 2011 - Finanzen und Wachstum
Welche Bank hat Griechenlandanleihen im Portfolio? Allein in Deutschland bangen elf Banken um ihre entwerteten Milliarden-Investitionen. EurActiv.de bietet eine detaillierte Übersicht zu den Griechenland-Risiken von 54 Banken in 17 EU-Ländern.
Die Regierungen der EU-Länder zögern die Staatspleite Griechenlands weiter hinaus. Ein Blick in die Bücher ihrer Banken zeigt, weshalb. Frankreichs Banken haben die meisten griechischen Anleihen im Portfolio. Nur griechische Banken haben noch höhere Risiken.
In Deutschland halten mindestens elf Banken Griechenlandanleihen im Wert von mehreren Millionen Euro. Die Angaben beziehen sich auf das sogenannte Griechenland-Exposure (Net Sovereign Exposure), das die Risiken bei Staatsanleihen, Krediten und Derivatgeschäften beinhaltet.
Die deutschen Landesbanken gehören zu den Haupt-Kreditgebern Athens. Sechs Landesbanken haben Millionen-Risiken in ihren Büchern. Das Griechenland-Exposure der Landesbank Baden-Württemberg beträgt knapp 1,39 Milliarden Euro. Weitere Gläubiger der Griechen sind die teilverstaatlichte Commerzbank (2,9 Milliarden Euro), Postbank (1,2 Milliarden Euro), DZ Bank (1,2 Milliarden Euro), Deutsche Bank (400 Millionen Euro), DekaBank (46 Millionen Euro).
Die FMS Wertmanagement - die Bad Bank der zwangsverstaatlichten Hypo Real Estate (HRE) - hat heute gegenüber EurActiv.de erklärt, dass das wirtschaftliche Risiko aus dem Griechenland-Exposure 10,8 Milliarden Euro beträgt (Stand: 31. Dezember 2010). Darin sind die Risiken für griechische Staatsanleihen, Kredite und Derivate enthalten. Größter Einzelposten bei der bundeseigenen Abwicklungsanstalt der HRE-Gruppe sind die griechischen Staatsanleihen in Höhe von 7,4 Milliarden Euro.
Die Auflistung zeigt, dass die landeseigenen Banken und die teilweise oder ganz verstaatlichten Finanzinstitute in Deutschland deutlich höhere Risiken in ihren Büchern haben, als die privaten Banken. Das höchste Risiko einer Griechenland-Umschuldung tragen also die Steuerzahler.
Insgesamt sind mindestens 54 Banken in 17 EU-Ländern mit Millionen- und Milliardenbeträgen in griechischen Staatsanleihen engagiert. Diese Papiere sind derzeit fast wertlos. Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hatte vorige Woche die Bewertung für langfristige griechische Staatsanleihen um drei Stufen auf CCC zurückgesetzt. Damit hat Griechenland das weltweit schlechteste S&P-Ranking. (
EurActiv.de vom 14. Juni 2011)
Nach dem Willen der Euro-Länder sollen sich private Gläubiger freiwillig am künftigen Rettungspaket für Griechenland beteiligen. Die Banken fordern im Gegenzug wirtschaftliche Anreize. (
EurActiv.de vom 20. Juni 2011)
Die Daten zum Griechenland-Engagement der Banken stammen von der Schweizer UBS Investment Bank und wurden im
Guardian Datablog veröffentlicht. EurActiv.de bietet diese Daten aufbereitet zum Download an:
Übersicht zum Griechenland-Engagement europäischer Banken (pro Bank):
Übersicht I
Übersicht zum Griechenland-Engagement europäischer Banken (pro Land):
Übersicht II
mka
Dokumente
Ecofin:
Statement zu Griechenland (20. Juni 2011)
Bundesregierung:
Video der Pressebegegnung mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem Staatspräsidenten der Französischen Republik, Nicolas Sarkozy (17. Juni 2011)
EU-Kommission:
Statement by Commissioner Rehn on Greece (16. Juni 2011)
Grüne:
Kleine Anfrage an die Bundesregierung (7. Juni 2011)
IWF:
Statement by the European Commission, the ECB and IMF on the Fourth Review Mission to Greece (3. Juni 2011)
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