Auf Kompromisssuche vor dem Entscheidungsgipfel
"Wachstum" heißt das Schlagwort beim informellen Rat am Mittwochabend. Da die Mittel und W...
Lesen Sie weiter
Das Haushaltsdefizit Portugals für 2010 ist auf 9,1 Prozent korrigiert worden. Die geschäftsführende Regierung des scheidenden Ministerpräsidenten José Sócrates (M) hatte sich 7,3 Prozent zum Ziel gesetzt. Foto: dpa
Aktuell - Dienstag 26 April 2011 - Finanzen und Wachstum
Portugal hat im vergangenen Jahr mehr Schulden gemacht als bislang angenommen. Das von einer Staatspleite bedrohte Euro-Land korrigierte sein Staatsdefizit für 2010 überraschend auf 9,1 von bisher gemeldeten 8,6 Prozent.
Portugal verhandelt derzeit über die Bedingungen für Hilfen seiner Euro-Partner und des Internationalen Währungsfonds (IWF). Vertreter der EU-Kommission, des IWF und der Europäischen Zentralbank prüfen dafür die Finanzen des Landes. Portugals geschäftsführende Regierung hofft, bis Mitte Mai die Bedingungen festgezurrt zu haben.
Im Gespräch ist eine Summe von bis zu 80 Milliarden Euro, die dem von den Finanzmärkten abgestraften Land Zeit für Reformen verschaffen soll. Das höhere Staatsdefizit dürfte die Bemühungen erschweren, den Fehlbetrag 2011 auf 4,6 Prozent zu reduzieren.
Das revidierte Haushaltsminus lag bei 9,1 Prozent der Wirtschaftsleistung, wie die Statistikbehörde INE am Samstag mitteilte. Grund für das höhere Minus von zuvor angenommenen 8,6 Prozent sei die volle Einrechnung dreier öffentlich-privater Partnerschaften. Die Revision sei durch das Hilfsgesuch beschleunigt worden. An der Durchsicht sei die EU-Statistikbehörde Eurostat beteiligt gewesen.
Portugal hatte Anfang April angekündigt, unter den Euro-Rettungsschirm zu schlüpfen (
EurActiv.de vom 7. April 2011). Im Gegenzug wird Portugal strenge Sparauflagen erfüllen müssen. Diese werden wohl noch schärfer ausfallen als das Sparprogramm, das die Regierung von José Sócrates geschnürt hatte.
Im Parlament war das Programm gescheitert - unter anderem, weil die konservative Partei PSD dagegen gestimmt hatte. Als Folge hatte Socrates am 23. März seinen Rücktritt eingereicht (
EurActiv.de vom 24. März 2011). Bis zu den vorgezogenen Neuwahlen am 5. Juni ist er nur noch geschäftsführend im Amt. Bis dahin muss aber auch das von EU und IWF diktierte Sparpaket geschnürt sein.
Nach dem spektakulären Erfolg der rechtspopulistischen Partei "Wahre Finnen" bei der Parlamentswahl in Finnland steigt indessen die Gefahr, dass das EU-Rettungspaket für Portugal blockiert wird (
EurActiv.de vom 18. April 2011).
Die Wahren Finnen unter der Führung von Timo Soini hatten angekündigt, nicht für das aktuelle Paket zu stimmen. Soini betonte: "Es ist ein schlechtes Geschäft." Es müsse noch mal neu verhandelt werden.
EurActiv/rtr/dto
Mehr zum Thema auf EurActiv.de
Finnland: Widerstand gegen Euro-Rettung für Portugal (14. April 2011)
Portugal will unter Euro-Rettungsschirm (7. April 2011)
Portugal: "Frau Merkel als Bösewicht" (24. März 2011)
Vor EU-Gipfel: Portugal politisch gelähmt (24. März 2011)
Umstrittene Konditionen im Euro-Krisenfonds ESM (23. März 2011)
FDP: ESM belastet Deutschland übermäßig (23. März 2011)
Dauerhafter Euro-Rettungsfonds (ESM): Berlin zahlt drauf (22. März 2011)
Polen und Dänemark offen für Euro-Pakt (21. März 2011)
Bundestag: Breite Mehrheit für EU-Vertragsänderung und ESM (18. März 2011)
Polen: Euro-Pakt als fundamentaler Politikwechsel (18. März 2011)
EU-Finanzminister beschließen strengeren Stabilitätspakt (16. März 2011)
Dauerhafter Rettungsmechanismus (ESM): "Drohender Teufelskreis" (7. März 2011)
Dokumente
EU-Kommission:
Portugal's request for the activation of the financial support mechanisms (6. April 2011)
Euro-Finanzminister:
Term sheet on the ESM (21. März 2011)
Rat der EU:
Meeting on European Stability Mechanism (18 videos) (21. März 2011)
Bundestag:
Stenografischer Bericht. 96. Sitzung (17. März 2011)
Bundestag:
Brief von Bundestagspräsident Norbert Lammert an Bundeskanzlerin Angela Merkel zur Unterrichtung des Bundestages in EU-Fragen (9. März 2011)
Bundestag:
Gesetz über die Zusammenarbeit von Bundesregierung und Deutschem Bundestag in Angelegenheiten der Europäischen Union
Europäische Rat:
Council reaches agreement on measures to strengthen economic governance. Pressemitteilung (15. März 2011)
EU-Parlament:
Parliaments central to economic governance success. Pressemitteilung (15. März 2011)
Euro-Rat:
Schlussfolgerungen der Euro-Regierungen und Ein Pakt für den Euro (11. März 2011)
EU-Kommission:
Statement by Commissioner for Economic and Monetary Affairs Olli Rehn on the endorsement of the "European Semester" by the EU Council (7. September 2010)
EU-Kommission:
Jahreswachstumsbericht 2011 (12. Januar 2011)

"Wachstum" heißt das Schlagwort beim informellen Rat am Mittwochabend. Da die Mittel und W...
Lesen Sie weiter14 September 2012 11th Dialogue on Science Future Cities: Technologie, Gesellschaft und die Akteure des Wandels
29 Juni 2012 5th EUROPEAN SUMMER ACADEMY FINANCIAL CONTROL OF EU FUNDS
28 Juni 2012 BDEW Kongress vom 26. bis 28. Juni 2012 in Berlin: Energie- und Wasserwirtschaft diskutiert mit Politik
Zur Übersicht