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Finanzen und Wachstum


Eine Gruppe um den Präsidenten des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung, Hans-Werner Sinn, ruft dazu auf, die jüngsten EU-Gipfel-Beschlüsse nicht länger mitzutragen. Foto: dpa

Eine Gruppe um den Präsidenten des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung, Hans-Werner Sinn, ruft dazu auf, die jüngsten EU-Gipfel-Beschlüsse nicht länger mitzutragen. Foto: dpa

Aktuell - Donnerstag 5 Juli 2012 - Finanzen und Wachstum

Protest gegen Bankenunion

Ökonomen rufen zu Protest gegen EU-Gipfel-Beschlüsse auf

"Die Entscheidungen, zu denen sich die Kanzlerin auf dem Gipfeltreffen der EU-Länder gezwungen sah, waren falsch", heißt es in einem offenen Brief von 160 deutschen Ökonomen. Der Appell warnt insbesondere vor der geplanten europäischen Bankenunion.

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In einem öffentlichen Aufruf wenden sich eine Reihe von deutschen Wirtschaftsprofessoren um ifo-Präsident Hans-Werner Sinn an Politik und Bürger. Die Beschlüsse des jüngsten EU-Gipfeltreffens werden darin als falsch verurteilt. Sinn hat das Schreiben, das die Frankfurter Allgemeine ZeitungÖffnet externen Link in neuem Fenster im Wortlaut veröffentlicht, zusammen mit dem Dortmunder Wirtschaftsstatistiker Walter Krämer verfasst.

Insbesondere der Schritt in die Bankenunion werde "mit großer Sorge" betrachtet, heißt es darin. Die Bankschulden seien fast dreimal so groß wie die Staatsschulden. "Es ist schlechterdings unmöglich, die Steuerzahler, Rentner und Sparer der bislang noch soliden Länder Europas für die Absicherung dieser Schulden in die Haftung zu nehmen, zumal riesige Verluste aus der Finanzierung der inflationären Wirtschaftsblasen der südlichen Länder absehbar sind."

Eine Begrenzung der Haftungssummen und die Verhinderung von Missbrauch durch eine gemeinsame Bankenaufsicht werde "kaum gelingen, solange die Schuldnerländer über die strukturelle Mehrheit im Euroraum verfügen". Die Erweiterung der Haftung auf die Banken helfe lediglich der Wall Street, der City of London, einigen Investoren in Deutschland und einer Reihe maroder in- und ausländischer Banken.

Der Brief schließt mit der Aufforderung, "diese Sorgen den Abgeordneten Ihres Wahlkreises" vorzutragen. Denn "unsere Volksvertreter sollen wissen, welche Gefahren unserer Wirtschaft drohen".

Sinn hatte bereits Anfang dieser Woche vor den Folgen der jüngsten Gipfelbeschlüsse gewarnt (Öffnet externen Link in neuem FensterEurActiv.de vom 2. Juli 2012). "Im Extremfall" könnte auf Deutschland nun eine Haftungssumme von etwa 700 Milliarden Euro zukommen, so Sinn im Interview mit dem Öffnet externen Link in neuem FensterDeutschlandfunk.

dto

Links


FAZ: Öffnet externen Link in neuem FensterDer offene Brief der Ökonomen im Wortlaut (5. Juli 2012)

EurActiv Brüssel: Öffnet externen Link in neuem FensterThe European banking union? (4. Juli 2012)

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