IWF: Weitere Milliarden für den Euro-Schutzwall

  
IWF-Direktorin Christine Lagarde - im Bild: im Gespräch mit Italiens Regierungschef Mario Monti (L) und dem griechischen Ex-Finanzminister Evangelos Venizelos (R) - hat inzwischen frische Milliarden-Zusagen, um die Euro-Krise einzudämmen. Foto: Rat

Der Internationale Währungsfonds erhält zusätzliche Reserven für den Kampf gegen die Euro-Krise. Jüngste Milliarden-Zusagen gab es aus Polen und der Schweiz.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Reserven im Kampf gegen die Euro-Schuldenkrise auf knapp 320 Milliarden US-Dollar (244 Milliarden Euro) aufgestockt. Die jüngsten Zusagen kamen aus der Schweiz und anderen Ländern, die ihre Beiträge in den kommenden Tagen konkretisieren werden, teilte IWF-Direktorin Christine Lagarde am Mittwoch mit.

"Dies ist Teil einer konzertierten Aktion wichtiger Geldgeber um sicherzustellen, dass der Fonds über ausreichende Mittel zur Bekämpfung der Krise und zur Stärkung der wirtschaftlichen Stabilität zur Verfügung hat", sagte Lagarde.

Die Höhe der jüngsten Zusagen betrage 26 Milliarden US-Dollar. Diese Mittel erhält der IWF zusätzlich zu den bereits zugesagten Sonderbeiträgen aus den Ländern der Euro-Zone (150 Milliarden Euro), aus Japan (60 Milliarden US-Dollar); aus Schweden (mindestens 10 Milliarden US-Dollar); aus Norwegen (etwa 9,3 Milliarden US-Dollar), aus Polen (6,27 Milliarden Euro) und aus Dänemark (5,3 Milliarden Euro).

Kein Geld aus den USA und Kanada

Kanada lehnte im Vorfeld des G20-Treffens am Wochenende in Washington indes weitere Milliarden weiterhin strikt ab. Europa selbst müsse noch viel mehr leisten als es das bisher getan habe, sagte Finanzminister Jim Flaherty am Mittwoch. Zentralbankchef Mark Carney sagte zugleich, eine Brandmauer sei nicht der Schlüssel zur Lösung der Probleme. Es geht viel mehr darum, welche Schritte Europa selbst über einen längeren Zeitraum unternehme. Der IWF möge der Ansicht sein, dass wegen Europa mehr Geld bereit gehalten werden müsse. Aber im Kreise der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer "gibt es derzeit keinen Konsens".

Der IWF dringt auf eine Aufstockung seiner Mittel, um eine höhere Brandmauer gegen eine Ausbreitung der Schuldenkrise über Europa hinaus zu errichten. Angestrebt wird ein Betrag von rund 400 Milliarden Dollar. Doch auch die USA wollen keine zusätzlichen Mittel bereitstellen. Allerdings sagte Finanzminister Timothy Geithner am Mittwoch auch, es sei positiv, dass der IWF Geld schnell einsammeln könne, um "die Effekte des europäischen Traumas abzufedern, wenn nötig". Die USA unterstützten diesen Prozess und würden dies auch bei den anstehenden Treffen tun. Geithner vermied die bisherige Rhetorik, in der Europa dazu aufgefordert wird, zuerst selbst mehr zu leisten.

EurActiv/rtr/mka

Links


EurActiv Brüssel:
Poland, Switzerland help boost IMF fund (19. April 2012)

IMF: Christine Lagarde on further pledges by Switzerland and other members to increase IMF resources (18. April 2012)

Zum Thema auf EurActiv.de

Schuldenkrise: Japan stockt IWF-Mittel auf (17. April 2012)

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