EU und EZB arbeiten an Notfallplänen für griechischen Euro-Austritt

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"Nun arbeiten Abteilungen in der Europäischen Zentralbank und in der Europäischen Kommission an Notfall-Szenarien für den Fall, dass es Griechenland nicht schafft", sagt Karel De Gucht. Foto: EC

Laut Handelskommissar Karel De Gucht arbeiten EU-Kommission und EZB an Notfall-Szenarien für den Fall, dass Griechenland aus der Euro-Zone austritt. Es ist das erste Mal, dass ein Mitglied der EU-Kommission die Existenz von Notfallplänen öffentlich einräumt.

"Vor eineinhalb Jahren mag die Gefahr eines Domino-Effekts bestanden haben", sagte EU-Handelskommissar Karel De Gucht in einem am Freitag veröffentlichten Interview der belgischen Zeitung "De Standaard".

"Aber nun arbeiten Abteilungen in der Europäischen Zentralbank und in der Europäischen Kommission an Notfall-Szenarien für den Fall, dass es Griechenland nicht schafft." Es wäre das erste Mal, dass ein Vertreter der EU-Kommission die Existenz von Notfallplänen für den Fall eines griechischen Euro-Austritts öffentlich einräumt.

Die Ratingagentur Fitch hat die Kreditwürdigkeit Griechenlands unterdessen herabgestuft. Die Langfrist-Bewertung werde auf CCC von zuvor B- gesenkt, teilte die Agentur am Donnerstag mit. Hintergrund sei die Gefahr, dass das angeschlagene Land die Euro-Zone verlassen könnte. Das Scheitern einer Regierungsbildung zeige die mangelnde öffentliche und politische Unterstützung für das mit den internationalen Kreditgebern vereinbarte Sparprogramm. Sollten auch die Neuwahlen im Juni keine sparwillige Regierung hervorbringen, wäre ein Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone "wahrscheinlich". Moody's stuft Griechenland mit C ein, Standard & Poor's mit CCC.

EurActiv/rtr

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Presse

De Standaard: De Gucht: 'Het Griekse eindspel is ingezet' (18. Mai 2012)

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