Auf Kompromisssuche vor dem Entscheidungsgipfel
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Der britische Premier David Cameron nennt sich selbst einen "praktizierenden Euro-Skeptiker". Eine weitere EU-Integration lehnen die Tories entschieden ab. Foto: dpa
Aktuell - Dienstag 4 Oktober 2011 - Finanzen und Wachstum
Die britischen Behörden arbeiten offenbar an Vorkehrungen, um die nationalen Interessen in einer Euro-Wirtschaftsregierung zu schützen, berichten britische Medien. Viele Parteigenossen fordern von Regierungschef David Cameron eine Renationalisierung von EU-Kompetenzen, andere wollen ein Referendum zur EU-Mitgliedschaft.
Die Euro-Krise hat die Skepsis gegenüber der EU und der Einheitswährung bei den britischen Konservativen verstärkt. Mit Blick auf den Parteikongress der Tories (2. bis 5. Oktober) hat Regierungschef David Cameron erklärt, dass Großbritannien seine Interessen verteidigen werde, falls die Länder der Euro-Zone auf eine verstärkte Integration setzen sollten,
berichtet die BBC.
Cameron wiederholte die These des britischen Finanzministers George Osborne, der die stärkere finanzpolitische Integration als eine "unerbittliche Logik der Währungsunion" bezeichnete. Osborne und Cameron haben jeweils unterstrichen, dass Großbritannien nicht Teil dieser Euro-Integration ist und sein will und die nationalen Interessen Großbritanniens geschützt werden müssten (
EurActiv.de vom 9. August 2011).
Großbritannien brauche "gewisse Schutzklauseln", so Cameron. Laut BBC werde im Finanz- und Außenministerium bereits diskutiert, wie die nationalen Interessen des Finanzplatzes London und beim Binnenmarkt geschützt werden können, falls es tatsächlich zu einem Kurswechsel in der EU kommen sollte.
Der britische Außenminister William Hague hat in seiner
Parteitagsrede am Sonntag seine Ablehung des Euros unterstrichen. Heute sei klar, dass die britischen Euro-Skeptiker mit ihrer Ablehung der Einheitswährung vor 13 Jahren "mit jedem einzelnen Wort Recht behalten" hätten. Die Konservativen hätten dem Land damals, wenn auch aus der Opposition heraus, mit ihrer Euro-Ablehnung einen großen Dienst erwiesen.
In der anhaltenden Euro-Krise haben die traditionell euro-skeptischen Tories ihren Anti-EU-Ton verschärft. Viele Konservative haben von ihrer Partei- und Regierungsspitze einen europapolitischen Kurswechsel gefordert. Während einige britische Konservative die Renationalisierung von an Brüssel übertragende Kompetenzen fordern, wollen andere Abgeordnete ein Referendum zur EU-Mitgliedschaft des Landes abhalten.
EurActiv/rtr/red
Ein englischsprachiger Beitrag zu diesem Thema erschien auf
EurActiv.com.
Zum Thema auf EurActiv.de
Britische Lektionen für die Euro-Zone (9. August 2011)
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