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Europa 2020 und Reformen


Das Vorzeigepaar des Free Jazz der DDR schlechthin: Uschi Brüning und Ernst-Ludwig Petrowsky. Das Duo spielte sogar in den deutsch-deutschen Beziehungen eine Rolle (Foto: Malik)

Das Vorzeigepaar des Free Jazz der DDR schlechthin: Uschi Brüning und Ernst-Ludwig Petrowsky. Das Duo spielte sogar in den deutsch-deutschen Beziehungen eine Rolle (Foto: Malik)

Aktuell - Montag 8 November 2010 - Europa 2020 und Reformen

DIE MAUER, DIE MENSCHEN UND DIE MITTE EUROPAS (60) – Berliner Notizen eines Wiener Korrespondenten

Warum Honecker zum Jazzfan wurde

Zunächst war diese "Rauschmusik" aus Amerika verpönt. Dann aber bemerkte die SED-Führung, wie gut die DDR-Jazzszene für ein liberales Image im westlichen Ausland zu instrumentalisieren war. Free Jazzer wurden ins westliche Bonn vorgeschickt, noch bevor das deutsch-deutsche Kulturabkommen ausgehandelt war. Begegnung mit dem "neuen Usel" in Jazz und Politik.

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In den Anfangsjahren war den DDR-Oberen die “Rauschmusik” aus Amerika suspekt und verpönt. Anders als mit Verboten wusste sich die Kulturadministration nicht zu helfen. Die DDR-Zeitschrift "Musik und Gesellschaft" nannte 1955 den Jazz eine korrupte, primitive, schlüpfrig-erotische Verfallserscheinung, ein Rausch- und Giftmittel, das der Jugend schade. Das machte ihn freilich erst recht interessanter als FDJ-Lieder.

Das Dilemma des Regimes

Das Regime geriet ins Dilemma. Erstens wurde der Jazz in der DDR immer populärer. Zweitens wollte das Land mit der Kultur des Westens mithalten. Drittens galt es, das kulturelle Ansehen im Ausland aufzupolieren, das durch die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann arg gelitten hatte. Viertens kalkulierte man, dass sich durch staatliche Förderung die freie Szene vielleicht besser kontrollieren lasse. Fünftens erkannte die Führung, wie gut sich der Jazz als liberales Feigenblatt im westlichen Ausland eignete. Und nicht zuletzt diente der Kulturexport von Jazz als Devisenbringer. Die DDR verdiente daran.

Umdenken der Kulturbürokraten

So erlebte der Jazz in den siebziger Jahren seine Anerkennung auch bei den Kulturbürokraten. Der Jazz schaffte es offiziell zum “Bestandteil der sozialistischen Musikkultur in der DDR". Die „Generaldirektion beim Komitee für Unterhaltungskunst der DDR“ gründete die Sektion Jazz. In den achtziger Jahren gab es staatliche Förderungen, Probegelder und soziale Sicherheit für Jazzmusiker. Die Reisebeschränkungen wurden zumindest für einen kleinen Teil der Künstler gelockert.

Schließlich durften auch ausländische Jazzer in der DDR auftreten, sogar gemeinsam mit DDR-Jazzmusikern. Allerdings gab es nie gemeinsame Bühnenauftritte von ost- und westdeutschen Jazzkünstlern. Es mussten immer ausländische Kollegen dabei sein.

Leicht hatten es die Jazzer aber auch nach dem Meinungsschwenk der Staatsmacht nicht immer. Deren Bezug zum Jazz blieb ambivalent und vom Misstrauen geprägt. Das Vakuum infolge des Fehlens direkter Impulse aus dem Westen füllten sie zum Teil mit Aufbegehren gegen die staatlichen Reglementierungen im eigenen Land.

Begegnung mit dem "neuen Usel" in Hörsaal I

Im November 1985 war ich erst zwei Monate als Korrespondent in Bonn tätig, als ich auf das “neue Usel” stieß. Das gehörte zum Free-Jazz-Programm der DDR-Musiker, die im Rahmen des deutsch-deutschen Kulturaustausches den Hörsaal I der Bonner Uni bespielten.

Das deutsch-deutsche Kulturabkommen war damals noch gar nicht in Kraft. Das galt erst ab 6. Mai 1986. Die Verhandlungen hatten insgesamt zwölf Jahre gedauert, immer wieder unterbrochen von langatmigen Pausen. Die Jazz-Formation hatte man also noch ohne das Fundament eines Kulturabkommens Richtung Westen vorgeschickt.

Hickhack um Honecker-Besuch

Es reizte mich, die ohrenbetäubenden und herzzerreißenden Töne von Ernst-Ludwig Petrowsky und Uschi Brüning und der Hannes Zerbe Blech Band in Beziehung mit dem innerdeutschen Hickhack zu setzen, das damals um den immer wieder aufgeschobenen BRD-Besuch Erich Honeckers herrschte. Dieser Besuch sollte noch eine Weile auf sich warten lassen. Der Staats- und Parteichef kam erst im September 1987 in die Bundesrepublik.

Ich gestehe, dass mich der Abend mit dem neuen Usel beeindruckt hat. Niemand wusste, was das alte Usel ist - geschweige denn ein neues. Sucht man in Wörterbüchern, findet sich nur im schwedischen Lexikon das Adjektiv “usel” mit Bedeutungen wie abscheulich, scheußlich, jämmerlich, verächtlich.

Als Substantiv gibt es das Usel nur ein einziges Mal: beim Jazzduo aus Ostberlin.

Vorgang für das Innerdeutsche Ministerium

Eingeladen hatte das Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen in Form einer Pressemitteilung Nr. 36/85 vom 20. Oktober 1985 (die ich mir archiviert habe): „… haben die Bundesregierung und die Regierung der Deutschen Demokratischen Republik eine Gastspielreise der Hannes Zerbe Blech Band mit zeitgenössischem Jazz aus der DDR vereinbart.“

Zwischen 8. und 15. November 1985 tourten die Hannes Zerbe Blech Band und die Gastsolisten Uschi Brüning und Ernst-Ludwig Petrowsky in fünf Konzerten durch Hannover (in der Hochschule für Musik und Theater), Hamburg (in der „Fabrik“), Essen (im Folkwangmuseum), Bonn (Universität) und Stuttgart (in der „Röhre“). Die Tourneeleitung oblag dem Deutschen Musikrat (Bonn).

Die Künstler aus der DDR wurden wie folgt vorgestellt: „Die Blech Band des Pianisten Hannes Zerbe gehört zu den experimentierfreudigsten und aktiven Jazzformationen aus der DDR. Seit 1979 stellt Hannes Zerbe seine Blech Band aus wechselnden Musikern zusammen. Es handelt sich um profilierte Jazzmusiker und um engagierte Bläser aus verschiedenen Kultur-Orchestern.“

"... der vertieften gegenseitigen Kenntnis..."

Im letzten Satz der Mitteilung hieß es: „Auch diese Veranstaltungen sollen der vertieften gegenseitigen Kenntnis des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens dienen.“

Die Hannes Zerbe Blech Band spielte im Hörsaal I am Hofgarten in Bonn die Ouvertüre aus der Kleinen Dreigroschenmusik von Kurt Weill sowie eigene Kompositionen: Überlagerung, Metamorphosen I und II, Guernica, Rondo und Finale. Nach der Pause schossen Uschi Brüning mit Gesang und Ernst-Ludwig Petrowsky mit Saxophon und Flöte dieses Feuerwerk ab: To Welcome the Day, Das neue Usel, Eine Improvisation, Via Chanteneay-Villedieu, Tournee-Skizzen, Gespräch, 8758, Neun Uhr Saal vier, Eventually, Quasimodo, My Funny Valentine, Der Bumerang.

Hier also mein Artikel für “Die Presse” vom 15. November 1985 aus Bonn über die (politischen) deutsch-deutschen Wechselbäder an Hand des DDR-Jazz-Abends - eine Momentaufnahme deutsch-deutscher Befindlichkeit. Da ich damals - abgesehen von Heinz Dietl des lokalen "Bonner General-Anzeiger" - der einzige Journalist im Publikum war, sei mir die wörtliche Wiedergabe des Textes gestattet.

Deutsch-deutsche Wechselbäder: Kommt Honecker, kommt er nicht?

 

BONN. Schrille Töne waren Mittwoch abend aus der DDR zu hören, Dissonanzen, aggressive Ausfälle und schockierende Knalle. Ort: Universität Bonn, Hörsaal 1. Ins Mikrophon sprachen jedoch nicht besonders ehrgeizige Feinde des Kapitalismus aus Ostdeutschland, sondern eine der experimentierfreudigsten Jazzformationen der DDR.

Dass diese Blechband des Pianisten Hannes Zerbe jedoch überhaupt im Westen auftreten durfte, war Ausfluss deutsch-deutscher Politik.

Solange nämlich zwischen der Bundesrepublik und der DDR noch kein Kulturabkommen besteht, müssen die Regierungen beider Länder jede derartige Gastspielreise eigens aushandeln. So war es auch diesmal – es handelte sich um eine Antwort auf die erfolgreiche Tournee des Manfred -Schoof-Orchesters im Jahre  1983 durch die DDR – der Fall.

Orchesterreisen hin und her, Sportler beider Seiten begegnen einander, der Jugendaustausch kommt wieder in Schwung, das  Kulturabkommen steht knapp vor der Verwirklichung, Reiseerleichterungen für DDR-Bürger werden von Ostberlin wieder bekräftigt, die Gerüchte um einen vielleicht unmittelbar bevorstehenden „Arbeitsbesuch“ des Staatsratsvorsitzenden und SED-Generalsekretärs Erich Honecker verdichten sich.

Suche nach dem neuen Usel

Eine Bilanz, die sich im Vorfeld des Genfer Gipfels zunächst durchaus ermunternd anhört.

Haben die Politiker also „das neue Usel“ gefunden? Jenes neue Usel, das Uschi Brüning und der „Free-Jazz-Chaote“ Ernst-Ludwig Petrowsky  am Mittwoch abend in der Bonner Universität gemacht haben?

War es gar eine politische Botschaft? „Das neue Usel“, definiert Petrowsky augenzwinkernd, „ist jenes unbeschreibliche Element, das jede Musik haben soll.“ 

Ein Ostdeutscher – wer sonst? – habe es in der Nähe von Ostberlin – wo sonst? - entdeckt und wieder ausgegraben.

Soviel Glück haben die Politiker diesseits und jenseits der Elbe freilich nicht. Ihre Suche nach der Lösung anstehender Probleme gestaltet sich zäh, auch wenn einzelne Erfolge sich abzeichnen.

Mehr Geschichte als Zukunft

Da ist einmal das Kulturabkommen. Es scheint, als habe es bereits mehr Geschichte als Zukunft: Von September 1973 an wurde darüber verhandelt, im Oktober 1975 wurden die Gespräche eingestellt. Es begann eine Pause von acht Jahren. Seit September 1983 wurde wieder konferiert – bis zum 11. September dieses Jahres.

Die einzelnen Abschnitte des Abkommens sind fertig, wie aus dem Bonner Ministerium für innerdeutsche Beziehungen zu erfahren ist. Es geht nur noch um zwei Streitpunkte.

„Hier muss sich die DDR nochmals äußern, aber wir müssen nicht mehr darüber verhandeln“, betont Joseph Dolezal, Sprecher des Ministeriums. „Wir erwarten jetzt eine schriftliche Mitteilung der DDR, und die ist noch nicht eingegangen.“

Die zwei Punkte, die noch nicht abegehakt werden können, sind die praktische Einbeziehung Berlins und – problematischer noch – die Nichtlegitimierung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz.

Die Differenzen darüber waren der Grund für die achtjährige Unterbrechung und dürften auch heute noch nicht ausgeräumt sein.

Ein Erfolg ist schon in der Tatsache zu sehen, dass die DDR die Verhandlungen nicht neuerlich wegen dieser Frage platzen ließ. Es geht dabei um die Besitzrechte an den Beständen der Stiftung. Die DDR begehrt alle Objekte, die sich vor dem Zweiten Weltkrieg in Museen befanden, die heute auf ostdeutschem Gebiet stehen. 

Schüleraustausch erfolgreich

Ob die Bonner nun noch zwei, drei Monate auf Antwort von drüben warten, dürfte angesichts der bisherigen langwierigen Verhandlungen kaum eine Rolle spielen. „Vielleicht hält sich die DDR mit ihrer schriftlichen Mitteilung bis zum Besuch Herrn Honeckers in der Bundesrepublik zurück“, war in Bonn zu erfahren.

Beim Austausch von Schülern und Jugendlichen dürfte die Suche nach dem „neuen Usel“ der Politik gerade in der jüngsten Zeit erfolgreich verlaufen sein. Auch dieses Thema ist reich an Vorgeschichte. Nach einer Grundsatzvereinbarung vom Herbst 1983 zwischen dem deutschen Bundesjugendring und der Freien Deutschen Jugend der DDR lief der Jugendaustausch vorerst gut an.

Dann tauchte im Innenministerium ein problematischer Verfassungsschutzbericht auf, die DDR stoppte sofort das Unternehmen.

Die Westdeutschen korrigierten ihren Bericht, und seit August kommen wieder DDR-Gruppen über die Grenze.

Bis zum Ende des Jahres werden noch 34 Gruppen mit etwa 1000 Teilnehmern in Bonn erwartet.

Dass umgekehrt ein Vielfaches davon die DDR besucht - im Vorjahr waren es 40.000 westdeutsche Jugendliche – ist freilich eine andere Sache. Dennoch: Der Jugendaustausch ist im Gange und keine Einbahnstraße.

„Der ganze Kram ist ganz schön improvisiert“

In sympathischer Unbeholfenheit findet die Leipziger Jazzsängerin Uschi Brüning zunächst ihre Notenblätter nicht, dann fegt sie mit dem Ellbogen jene von Hannes Zerbe vom Keyboard, um sich schließlich mit den Zehenspitzen im Kabelsalat auf der Bühne zu verfangen: Und dennoch versteht sie die Zuhörer für sich zu begeistern.

Das „neue Usel“ haben sie und ihr Partner eben, obwohl/weil das, was sie zum Besten gab, ein Durcheinander von Vierviertel- und Dreiviertel-Takten ist.

„Jazz ist nun mal ein Abenteuer“, sagt Petrowsky, spielt zwar vom Papier „Kontraste“, klärt aber vorher sein Publikum auf: „Der ganze Kram ist ganz schön improvisiert.“

Hat er von Politik gesprochen? Von dissonantem Vorgeplänkel um den Honeckerbesuch? Der eigentlich schon im September des Vorjahres stattfinden sollte und plötzlich von Ostberliner Seite auf unbestimmte Zeit verschoben wurde? Und der davor schon einmal im April 1983 geplatzt ist, weil die Beziehungen zwischen Bonn und Ostberlin „einen Tiefpunkt erreicht“ hätten? Das ist Jazz in der Politik.

Der nun anstehende Besuch hat noch kein Datum. In einem Interview mit dem befreundeten Chefredakteur einer saarländischen Zeitung – auch das ist ein Zeichen – äußerte sich Honecker dieser Tage zurückhaltend. „Der Zeitpunkt wird bekanntgegeben“, sagt er, „wenn beide Seiten es für zweckdienlich halten.“ 

Diese nicht gerade präzise Auskunft wird schärfer, schiebt man sie unter einen Raster von vorgegebenen Daten: Im Februar kommenden Jahres befindet sich der DDR-Staatsratsvorsitzende in Moskau, wo der Parteitag der KPdSU abgehalten wird. Im April hat die Sozialistische Einheitspartei (SED) ihren Parteitag. Anschließend wird in Niedersachsen gewählt, dann beginnt der Bundestagswahlkampf in der Bundesrepublik. Und da wird Honecker nicht als Wahlhelfer fungieren wollen.

Fazit: Nach dem Jänner wäre ein Besuch in dieser Legislaturperiode sehr unrealistisch. Und vorher wollte man offenbar unbedingt das Treffen Reagan - Gorbatschow abwarten.

Die DDR-Führung scheint darauf eingerichtet, bei halbwegs günstigem Verlauf der Begegnung die Honecker-Reise auch sehr kurzfristig anzusetzen. In Berlin hieß es in diplomatischen Kreisen, Honecker könne sogar noch vor Weihnachten nach Bonn kommen, unter Umständen schon im ersten Dezemberdrittel.

Als am Höhepunkt des Jazzabends jeder gegen jeden zu spielen scheint, weiß man nicht recht: Hat der Hornbläser jetzt mutwillig gelärmt oder gehört das so?

Im Vorfeld der Honeckervisite geht es dem politischen Beobachter ähnlich. Was soll er davon halten, dass eine fertig ausgehandelte Übereinkunft über einen Austausch von Gebietsflächen an der Sektorengrenze der Stadtgrenze zur DDR auf Eis liegt, obwohl die Unterzeichnung der DDR Devisen einbringen würde?

Was davon, dass Unterredungen zwischen dem Westberliner Senatskanzleichef und dem Ostberliner Kulturstaatssekretär zum Thema 750-Jahr-Feier Berlin kurzfristig abgesagt wurden? Und dass vermutlich überhaupt jede Seite ihr eigenes 750-Jahr-Jubiläum begehen wird, ohne die Termine diesseits und jenseits der Mauer abzustimmen? Und dass die DDR immer wieder ihren Bürgern, die in dringenden Familienangelegenheiten ausreisen wollen, keine Erlaubnis gibt?

Es gibt genug Gesprächsstoff, genug Kontroversen, wenn Erich Honecker in den Westen kommt. Hannes Zerbe bringt den Abend mit seinen experimentierfreudigen Jazzchaoten zu einem vielbejubelten Abschluss.

Das musikalische Usel ist da. Mit der Politik geht das, wie es scheint, nicht so einfach.

(Ende des Artikels)

Erfolge nach der Westtournee

Kurz nach ihrer Westtournee brachten Uschi Brüning und Ernst-Ludwig Petrowsky eine LP heraus: Das neue Usel. 1992 folgte "Features of Usel". 

Uschi Brüning (geboren 1947 in Leipzig) sieht nicht so aus wie eine Jazzsängerin. Sie sieht eher so aus wie eine Justizbeamtin, die gern Jazzsängerin wäre. Tatsächlich arbeitete sie nach ihrer Ausbildung zur Justizbeamtin als Gerichtssekretärin, bevor sie erst 1970 musikalisch ins Profilager wechselte und "die" Jazzsängerin der DDR wurde.

Mit dem Mauerfall endete die Sonderrolle des Jazz

Jazzexperte Rainer Bratfisch gab ein Buch über die Entwicklung des Jazz unter sozialistischen Verhältnissen heraus: "Öffnet externen Link in neuem FensterFreie Töne. Die Jazzszene in der DDR" (Christoph Links Verlag Berlin 2005). Er resümiert: "Die Position des Jazz schwankte immer zwischen strikter Ablehnung und leiser Anerkennung, mehr oder weniger offener Verfolgung und verschämter Duldung, offener Antipathie und heimlicher Sympathie."

Mit dem Mauerfall 1989 habe die Sonderrolle des Jazz in der DDR geendet. "Denn mit der Wende kam den Musikern nicht nur die Infrastruktur abhanden, sondern auch der Teil des Publikums, für den sie vier Jahrzehnte Ersatz für Miles Davis, John Coltrane und Duke Ellington gewesen waren."

Links:

Videodokument: Uschi Brüning und Ernst-Ludwig Petrowsky, im FMP-Studio Berlin am 14. Juni 1986 (genau so habe ich das Paar von ihrem Gastspiel an der Bonner Uni im November 1985 in Erinnerung).

Audiodokumente: Ernst-Ludwig Petrowsky auf den 14. Leipziger Jazztagen (28. September bis 1. Oktober 1989) mit Spott über die Staatssicherheit

Audiodokument: Ernst-Ludwig Petrowsky und Uschi Brüning

Uschi Brüning 

Hier ein paar mehr oder weniger bekannte Namen der DDR-Jazzszene (einige Künstler leben nicht mehr):

Hannes Zerbe (Öffnet externen Link in neuem FensterHomepage)

Walter Dobschinski (Öffnet externen Link in neuem FensterYouTube)

Macky Kasper (Öffnet externen Link in neuem FensterYouTube)

http://www.youtube.com/watch?v=GRDu1U1WrHA

Kurt Henkels (Öffnet externen Link in neuem FensterYouTube)

Fips Fleischer (Öffnet externen Link in neuem FensterYouTube)

Theo Schumann (Öffnet externen Link in neuem FensterYouTube)

Eberhard Weise (Öffnet externen Link in neuem FensterJazz Zeitung)

Manfred Schulze (Öffnet externen Link in neuem FensterHomepage

Friedhelm Schönfeld (Öffnet externen Link in neuem FensterGeschichtsforum)

Klaus Lenz (Öffnet externen Link in neuem FensterYouTube)

Joachim Kühn (Öffnet externen Link in neuem FensterYouTube)

Klaus Koch (Öffnet externen Link in neuem FensterBiografie)

Günther Sommer (Öffnet externen Link in neuem FensterBiografie)

Hans-Joachim Graswurm (Öffnet externen Link in neuem FensterBiografie)

Hubert Katzenbeier (Öffnet externen Link in neuem FensterYouTube)

Wolfgang Winkler (Öffnet externen Link in neuem FensterBiografie)

Günther Fischer (Öffnet externen Link in neuem FensterYouTube)

Ulrich Gumpert (Öffnet externen Link in neuem FensterJazz Zeitung)

Öffnet externen Link in neuem FensterManfred Krug (Ja, genau "der" Manfred Krug. Als Pseudonyme verwendete er zu DDR-Zeiten als Liedtexter Clemens Kerber und als Interviewer seiner selbst Isa Karfunkelstein)

Öffnet externen Link in neuem FensterManfred Hering

Öffnet externen Link in neuem FensterUlrich Gumpert

Öffnet externen Link in neuem FensterHermann Keller

Öffnet externen Link in neuem FensterRegine Dobberschütz

Öffnet externen Link in neuem FensterConny Bauer

Öffnet externen Link in neuem FensterJoachim Kühn

 

Ewald König, Chefredakteur von EurActiv.de, war zu Zeiten der Wende Deutschland-Korrespondent der österreichischen Zeitung DIE PRESSE. Für die Leser von EurActiv schildert er in einer Serie, was er vor zwanzig Jahren erlebt hat.

Copyright: Ewald König. Abdruck nur nach Genehmigung durch den Autor. Kontakt: Ewald König • Postfach 080 535 • 10005 Berlin • Mail: koenig@korrespondenten.com oder chefredaktion@euractiv.de

 

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