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Europa 2020 und Reformen


Kommen vom tschechischen Präsident Vaclav Klaus positive Signale  zum Lissabon-Vertrag? Ja und Nein, könnte man sagen. Foto: dpa.

Kommen vom tschechischen Präsident Vaclav Klaus positive Signale zum Lissabon-Vertrag? Ja und Nein, könnte man sagen. Foto: dpa.

Aktuell - Montag 19 Oktober 2009 - Europa 2020 und Reformen

Lenkt Tschechiens Präsident ein?

Vaclav Klaus: Lissabon-Vertrag kaum zu stoppen

Der tschechische Präsident Vaclav Klaus hat ein Einlenken im Ringen um den EU-Reformvertrag angedeutet. Der Vertrag wäre nicht das "Ende der Geschichte", sagte Klaus am Wochenende. Zugleich bekräftigt er, das Abkommen wäre für die Freiheit in Europa und Tschechien "nicht gut".

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"Der Zug, der in Bewegung gesetzt wurde, ist so schnell und so weit gekommen, dass es wahrscheinlich unmöglich sein wird, ihn zu stoppen oder umdrehen zu lassen", sagte Klaus in einem Interview der Tageszeitung "Lidove noviny" (17. Oktober 2009). Die EU wartet auf die Unterschrift des EU-kritischen Klaus, damit der Lissabon-Vertrag zur Reform der Union in Kraft treten kann.

Zusatz kann in den nächsten Vertrag


"Das mögliche Inkrafttreten von Lissabon wird nicht 'das Ende der Geschichte' sein", sagte Klaus. Er äußerte sich auch zu seiner kürzlich erhobenen Forderung, für Tschechien die EU-Grundrechtcharta auszusetzen. Die EU solle garantieren, eine entsprechende Klausel an das nächste Vertragswerk anzuhängen. "Wahrscheinlich mit dem Beitrittsvertrag für Kroatien", so Klaus, könne der von ihm gewünschte Zusatz dann ratifiziert werden.

Die EU will bei ihrem Gipfel am 29. und 30. Oktober in Brüssel über die Forderungen beraten. Diplomaten halten eine Art "politischer Erklärung" für möglich, die später Rechtsstatus erlangt. Tschechien ist das einzige der 27 EU-Länder, in dem der Lissabonner Vertrag noch nicht ratifiziert ist. Derzeit wartet man auf ein Urteil des Verfassungsgerichts in Brno (Brünn), das den Reformvertrag auf Antrag von EU-kritischen Abgeordneten prüfen soll.

Klaus: Beratungen sind nach Urteil eröffnet

 

Die Richter beginnen das Verfahren am 27. Oktober. In dem auch auf der Präsidenten-Webseite veröffentlichten Interview betonte Klaus, "ich gehe davon aus, dass an dem Tag die Beratungen eröffnet und nicht beendet werden". Er warnte erneut, dass mit dem Lissabon- Vertrag "die Entscheidungsfindung nicht mehr in unseren Händen ist" und das Abkommen "für die Freiheit in Europa und in Tschechien nicht gut ist". Klaus kann den EU-Reformvertrag aus rechtlichen Gründen frühestens nach einem Urteil des Verfassungsgerichts unterzeichnen.

dpa

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