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"Die macht mir mein Europa kaputt", soll Helmut Kohl über Bundeskanzlerin Angela Merkel (L) gesagt haben. Der Alt-Kanzler dementiert nun entsprechende Medienberichte. Foto: dpa
Aktuell - Montag 18 Juli 2011 - Europa 2020 und Reformen
Altkanzler Helmut Kohl (CDU) hat sich nun in die Debatte über die Euro-Schuldenkrise eingeschaltet. Die Ursachen der heutigen Probleme seien auf Entscheidungen von Gerhard Schröder und Joschka Fischer zurückzuführen. Zugleich dementiert er Medienberichte, wonach er die Europa-Politik von Bundeskanzlerin Angela Merkel scharf kritisiert habe.
"Ich bin - wie viele - besorgt über die Entwicklung in Europa und des Euro", sagte Helmut Kohl der
"Bild"-Zeitung. Er sehe es aber als dringend notwendig an, dass die vermeintliche Euro-Krise nicht als Strukturkrise des Euro an sich verstanden und diskutiert werde, sondern als das, was sie sei: "Das Ergebnis hausgemachter Fehler und Herausforderungen für beide Seiten - Europa und die Nationalstaaten."
Kohl dementierte einen Bericht des "Spiegel", wonach er die Europa-Politik von Bundeskanzlerin Angela Merkel gegenüber einem Vertrauten scharf kritisiert habe. Demnach habe er über Merkel gesagt: "Die macht mir mein Europa kaputt." Zudem halte er Merkels Vorgehen für "sehr gefährlich". Die Äußerungen seien "frei erfunden", so Kohl. Der Spiegel bleibt jedoch bei seiner
Darstellung.
Zu den gegenwärtigen Problemen in der Euro-Zone erklärte er: "Zwei Punkte stechen hervor: Erstens hätte der Euro-Stabilitätspakt niemals aufgeweicht werden dürfen, sondern, im Gegenteil, er hätte über den Weg eines zunehmend engeren Europas gestärkt werden müssen. Und zweitens hätte Griechenland ohne durchgreifende strukturelle Reformen seiner - zumal Fachleuten hinreichend bekannten - Lage niemals in die Euro-Zone aufgenommen werden dürfen."
Beide Entscheidungen seien die "wesentlichen Ursachen" der heutigen Probleme. Sie seien unter Rot-Grün, namentlich unter Bundeskanzler Gerhard Schröder und seinem Außenminister Joschka Fischer, getroffen worden. Beide Fehler müssen heute von Schwarz-Gelb geheilt werden. "Das wollen wir bei aller Diskussion über das, was jetzt zu tun ist, nicht vergessen."
Kohl rief dazu auf, diese Fehler zu korrigieren: "Jetzt geht es darum, in schwieriger Zeit vernünftige Wege zu finden, um diese Fehler zu heilen und Europa und den Euro für die Zukunft dauerhaft zu machen. Wer dies anstrebt, hat meine volle Unterstützung."
dto
Presse
Bild:
Griechenland hätte so niemals in die Eurozone kommen dürfen (18. Juli 2011)
Spiegel:
Helmut Kohl rechnet mit Merkels Europapolitik ab (17. Juli 2011)
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