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Europa 2020 und Reformen


Der EU-Abgeordnete Markus Ferber (L) ist gegen eine Direktwahl von Kommissionspräsident José Manuel Barroso (R). Foto: Ferber.

Der EU-Abgeordnete Markus Ferber (L) ist gegen eine Direktwahl von Kommissionspräsident José Manuel Barroso (R). Foto: Ferber.

Aktuell - Dienstag 31 August 2010 - Europa 2020 und Reformen

Ferber gegen Direktwahl des Kommissionschefs

Debatte: Wäre Wahl der EU-Spitze undemokratisch?

Europa debattiert eine Direktwahl des Kommissionspräsidenten. Befürworter erhoffen sich mehr europäische Bürgerbeteiligung. Der EU-Abgeordnete Markus Ferber (CSU) lehnt den Vorstoß ab. Er sieht die europäische Demokratie in Gefahr.

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Der Vorsitzende des europäischen "Weisenrats" (Reflektionsgruppe), Felipe Gonzales, hat vorgeschlagen, den Kommissionspräsidenten in Zukunft direkt zu wählen und damit eine Debatte ausgelöst.

Markus Ferber, Vorsitzender der CSU-Gruppe im EU-Parlament, ist gegen den Vorstoß. Eine solche Maßnahme gefährde das Mächtegleichgewicht zwischen den verschiedenen europäischen Organen. Den Kommissionspräsidenten direkt zu wählen würde die Kommission im Vergleich zu den anderen EU-Institutionen zu sehr stärken.

Ferber fürchtet, der Einfluss der EU könnte Überhand nehmen: "Den Mitgliedsstaaten wird so systematisch ihr Einfluss entzogen. Eine derartige Lösung würde nicht mehr Demokratie nach Europa bringen, sondern sie sogar vermindern, da sie den Parlamenten der Mitgliedsstaaten Mitspracherechte nimmt".

Mehr Bürgerbeteiligung?


Gonzales erhofft sich von einer Direktwahl im Gegenteil mehr Demokratie und Bürgerbeteiligung auf europäischer Ebene. Er spricht sich außerdem für die Bildung europäischer Parteien aus. Diese sollen bei den Europawahlen jeweils einen Kandidaten für den Posten des Kommissionspräsidenten aufstellen.

Der österreische EU-Abgeordnete Jörg Leichtfried begrüßte den Vorschlag. Opens external link in new windowAnalysen zeigten, dass die EU-Abgeordneten zusehends entlang der politischen Orientierung abstimmen. Staatsangehörigkeit spiele in den vergangenen Jahren immer seltener eine Rolle.

Kompetenzüberschreitung?

Der offizielle Name des europäischen "Weisenrats" ist "Reflexionsgruppe". Das Gremium hat insgesamt 12 Mitglieder und berät seit Dezember 2008 über die Zukunft der EU. Im Mai legte die Gruppe den Mitgliedsstaaten ihren Bericht Opens external link in new window"Projekt Europa 2030" vor. Darin macht die Reflexionsgruppe unter anderem Vorschläge zur Stärkung und Modernisierung des europäischen Wirtschafts- und Sozialmodells.

Diskussionen über EU-Institutionen gehören allerdings nicht zu den Aufgaben der Reflexionsgruppe. "Mit der gegenwärtigen Diskussion überschreitet der 'Weisenrat' ganz eindeutig seine Kompetenzen", kritisiert daher Markus Ferber.

Bislang schlagen die EU-Mitgliedsstaaten nach der Europawahl den Kommissionspräsidenten vor. In der Regel berücksichtigen sie dabei das Ergebnis der Wahl und schlagen den Kandidaten einer siegreichen Partei vor. Diesem Vorschlag muss das EU-Parlament zustimmen, bevor die neue Kommission die Arbeit aufnehmen kann.

hme

Links

Mehr zum Thema:

 

EurActiv: Opens external link in new window Rat der Weisen: EU droht Irrelevanz (7. Mai 2010)

EurActiv: Opens external link in new windowDetails zum Zukunftskonzept "Europa 2030" (3. Mai 2010)

EurActiv: Opens external link in new windowVerheugen: Europas Einigung nicht selbstverständlich (31. Dezember 2009)

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Opens external link in new windowGonzales äußert mutige Zielstzung für EU-"Reflexionsgruppe" (15. Januar 2008)

EurActiv: Opens external link in new windowDie Zukunft Europas – eine Chance für die Weisen? (22. Oktober 2007)

 

Informationen

Reflexionsgruppe (Rat der Weisen):
Opens external link in new windowHomepage

VoteWatch: Opens external link in new windowHomepage

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