Schäuble für EU-Präsidenten in direkter Volkswahl
Als langfristige Antwort auf die Schuldenkrise will Wolfgang Schäuble der EU deutlich mehr...
Lesen Sie weiter
Brüssels Dolmetscher kommen mit Deutsch kaum nach (Foto: UEPA.de)
Aktuell - Freitag 19 März 2010 - Forschung und Innovation
Die Europaminister der Bundesländer fordern erneut die gleichberechtigte Verwendung des Deutschen als Arbeitssprache der europäischen Institutionen. Benachteiligungen gegenüber Englisch und Französisch müssten endlich beseitigt werden. Sie beklagen die Dominanz des Englischen.
Mehr als 90 Millionen EU-Bürger haben Deutsch als Muttersprache. Zudem ist Deutsch seit dem EU-Beitritt der mittel- und osteuropäischen Staaten die zweitwichtigste Fremdsprache nach Englisch in der EU. Auf diese Fakten verweisen die Europaressortchefs der 16 Bundesländer, die auf ihrer gestrigen Europaministerkonferenz in Brüssel einen Beschluss zur Stärkung der deutschen Sprache gefasst haben.
Vor allem bei der Einrichtung des neuen Europäischen Auswärtigen Dienstes (EAD) solle Deutsch als Arbeitssprache neben Englisch und Französisch verankert werden. Die Bundesregierung solle dem Beschluss des Rates über Organisation und Arbeitsweise des EAD erst dann zustimmen, wenn für die deutsche Sprache eine angemessene Lösung erzielt worden sei.
Die Verwendung der eigenen Sprache sei gerade durch den Lissabon-Vertrag, der die demokratische Legitimation Europas stärke, besonders wichtig. Nur so könnten Bundesrat und Bundestag ihre neuen Mitwirkungsrechte effektiv wahrnehmen.
Die Europaminister werfen der EU-Kommission vor, bislang keine nennenswerten Fortschritte bei der Überarbeitung ihrer ungenügenden Übersetzungspraxis erreicht zu haben.
„Immer noch werden beratungs- und entscheidungsrelevante EU-Dokumente der EU-Kommission entweder überhaupt nicht oder nur unvollständig oder erst mit erheblicher zeitlicher Verzögerung auch in der deutschen Sprachfassung vorgelegt, heißt es im Beschluss.
Insbesondere sei die Praxis der EU-Kommission zu kritisieren, Übersetzungen auf „Kerndokumente" zu beschränken. Andere Dokumente, die für die Bewertung von Rechtsetzungsakten und politischen Prozessen ebenfalls wichtig seien, würden einfach als Anhänge bzw. Arbeitspapiere deklariert, damit sie nur noch in der Ausgangssprache vorgelegt werden müssen.
Wichtige Informationen würden überwiegend nur noch auf Englisch vorgelegt. Diese auch außerhalb der Übersetzungsfrage - etwa bei den Internetportalen des Rates und der EU-Kommission - erkennbare Tendenz zur Einsprachigkeit der EU stelle eine inakzeptable Beeinträchtigung der politischen Debatte in den nationalen und regionalen Parlamenten dar.
Die Europaminister drängen darauf, Deutsch im internen Arbeitsgebrauch der EU-Institutionen zu stärken. Deutschkenntnissen sollen als Einstellungsvoraussetzungen von EU-Bediensteten verankert und im Arbeitsalltag der EU-Institutionen gefördert werden.
Die Europaminister der Länder ermuntern die deutschen Bediensteten und Mitglieder der EU-Kommission sowie die deutschsprachigen Journalisten in Brüssel, Luxemburg und Straßburg, die deutsche Sprache selbstbewusst zu gebrauchen. Das trage zur Sensibilisierung der europäischen Institutionen in der Sprachenfrage bei.
ekö
Link:
Europaministerkonferenz:
Beschluss zur Stärkung der deutschen Sprache in der EU (18. März 2010)

Als langfristige Antwort auf die Schuldenkrise will Wolfgang Schäuble der EU deutlich mehr...
Lesen Sie weiter14 September 2012 11th Dialogue on Science Future Cities: Technologie, Gesellschaft und die Akteure des Wandels
29 Juni 2012 5th EUROPEAN SUMMER ACADEMY FINANCIAL CONTROL OF EU FUNDS
28 Juni 2012 BDEW Kongress vom 26. bis 28. Juni 2012 in Berlin: Energie- und Wasserwirtschaft diskutiert mit Politik
Zur Übersicht