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Dimitrij Rogozin, Russlands Nato-Botschafter sieht sein Land als Teil der europäischen Familie. Verärgert ist er allerdings über manches osteuropäisches Familienmitglied. Foto: dpa
Aktuell - Freitag 6 November 2009 - Erweiterung
Russlands Nato-Botschafter Dimitrij Rogozin definierte gestern in Berlin vor europäischen Diplomaten, Politikern und Offizieren die russischen Prioritäten einer künftigen euroatlantischen Sicherheits- und Wirtschaftstruktur. Russland will zurück in die europäische Familie, lautet seine Botschaft. Doch mit manchen dieser Familienmitglieder hat Russland derzeit arge Probleme. Weitere Details und Diskussionen zur Rogozin-Rede auf http://Nachbar.blogactiv.eu.
20 Jahre nach dem Fall der Mauer erinnerte Dimitrij Rogozin gestern an den Beitrag, den Russland für die Wiedervereinigung Deutschlands geleistet hat. "Es ärgert mich immer, wenn Europa und Russland getrennt voneinander genannt werden. Russland ist ein unveräußerlicher Teil Europas", stellte Russlands Nato-Botschafter gestern in seinem Vortrag bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) klar. Das Land habe sich im 20. Jahrhundert selbst isoliert. "Es ist unsere wichtigste Aufgabe für die Zukunft, Russland wieder in die europäische Familie zurückzuführen", so Rogozin.
Auch das exzellente deutsch-russische Verhältnis unterstrich Rogozin mehrfach. Bildlich gesprochen sieht er den deutschen und den russischen Bären Hand in Hand durch den europäischen Wald laufen. Dort müssten sie dann den anderen ständig erklären, dass sie keine Angst mehr vor ihnen haben müssten.
Ängste oder zumindest starke Vorbehalte gegenüber deutsch-russischen Bündnissen oder zur russischen Politik an sich gibt es innerhalb der EU vor allem von Polen.
Den Vertrag zur russisch-deutschen Ostseepipeline, die mit der
gestrigen Baugenehmigung Schwedens auch nicht mehr zu verhindern sein wird, hatte Polens damaliger Verteidigungsminister Radek Sikorski mit dem Hitler-Stalin-Pakt verglichen. Sikorski ist inzwischen Außenminister, doch sein Misstrauen gegenüber Russland ist weiterhin hoch. Diese Woche soll er in Washington um die Stationierung von US-Soldaten in Polen gebeten haben, um besser vor einer möglichen Aggression Russlands geschützt zu sein.
Rogozin erklärte dazu, dass Russland keinerlei Expansionsstreben habe, sondern genug eigenes Territorium besitze. Und zwar europäisches Territorium, das sich über den Ural hinweg bis an die chinesische Grenze erstrecke, wie der Botschafter betonte.
Was für das Territorium gilt, muss allerdings nicht für eine Einflusszone gelten. Falls ukrainische Zuhörer gestern im Saal der DGAP waren, dann dürften sie spätestens dann aufgeschreckt sein, als Rogozin ausführte, dass Russland sich sehr verbunden mit dem ukrainischen Brudervolk fühle und daher alles, was dort passiert, wie eine innere Angelegenheit betrachte.
Michael Kaczmarek
Hinweis
Weitere Details und Diskussionen zur Rogozin-Rede und zu den Beziehungen Russland-EU gibt es auf unserem Blog
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