Isländer lehnen Schuldendienst ab
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Die isländische Kaupthing-Bank vor ihrem Bankrott. Mittlerweile sind die Lichter ausgegangen. Foto: dpa.
Aktuell - Freitag 29 Januar 2010 - Erweiterung
Deutsche Finanzinstitute sind massiv vom Bankrott der isländischen Kaupthing-Bank betroffen. Einem Medienbericht zufolge blieb allein die Deutsche Bank bislang auf Forderungen in Höhe von 5,3 Milliarden Euro sitzen.
Deutsche Banken und andere Investoren haben an die zusammengebrochene Kaupthing-Bank in Island Forderungen über etwa 20 Milliarden Euro. Wie in Reykjavik bestätigt wurde, kam bei einer Gläubigerversammlung in der isländischen Hauptstadt etwa die Hälfte der Gesamtforderungen an Kaupthing über 40 Milliarden Euro aus Deutschland. Größter Einzelgläubiger ist laut einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" die Deutsche Bank mit 5,3 Milliarden Euro. Allein diese Forderung entspricht einem kompletten Staatshaushalt auf der Atlantikinsel mit ihren 320 000 Einwohnern.
Kaupthing war im Herbst 2008 ebenso wie die beiden anderen führenden Banken, Glitnir und Landsbanki, nach extrem gewagten Kreditabenteuern zusammengebrochen. Ihre geschätzten Gesamtschulden entsprechen dem Zehnfachen eines isländischen Bruttonationalproduktes. Wann und in welchem Ausmaß die Kaupthing- Schulden zurückgezahlt werden können, gilt als offen.
Die Regierung in Reykjavik strebt neue Bedingungen für die Rückzahlung der Auslandsschulden an Großbritannien und die Niederlande an. Wie das Außenministerium mitteilte, hat Finanzminister Steingrímur J. Sigfússon ebenfalls am Freitag Verhandlungen mit seinem niederländischen Kollegen Wouter Bos und dem britischen Vize-Staatssekretärs Lord Myners eingeleitet. Island schuldet beiden Ländern seit dem Zusammenbruch von Landsbanki 3,8 Milliarden Euro, die nach den bisherigen Vereinbarungen innerhalb von 14 Jahren zurückgezahlt werden müssen.
Die vom Parlament in Reykjavik bereits bestätigte Vereinbarung dazu steht wegen massiven Widerstands aus der Bevölkerung bei einem Referendum am 6. März zur Abstimmung (
Siehe EurActiv.de vom 4. Januar 2010). Nach Umfragen gilt die Ablehnung wegen der als hart geltenden Rückzahlungsbedingungen als wahrscheinlich. Die Regierungen in Den Haag und London hatten nach dem Kollaps der Landsbanki-Tochter Icesave Ende 2008 die Einlagen von 340 000 Kunden aus ihren Ländern garantiert. Die geregelte Tilgung der Schulden gilt als eine Voraussetzung für die von Island angestrebte Aufnahme in die EU (
Siehe EurActiv.de vom 19. Oktober 2009).
dpa/Red.
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