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Kosovos Premierminister Hashim Thaçi (R) verspricht den Kosovaren "gute Nachrichten" von der UN. Foto: dpa
Aktuell - Donnerstag 12 August 2010 - Erweiterung und Nachbarn
Der größten Oppositionspartei im Kosovo zufolge haben zwischen den Regierungen des Kosovo und Serbien Geheimgespräche begonnen. Kosovos Premierminister bezeichnet dies als "lächerlich". Gleichzeitig verspricht er aber "gute Nachrichten" von der UN-Generalversammlung.
Ardian Gjini, ein hochrangiges Mitglied der Allianz für die Zukunft Kosovos (AAK), erklärte am Dienstag (12. August) auf einer Pressekonferenz, dass geheime Verhandlungen zwischen Belgrad und Priština in einem europäischen Land begonnen hätten.
Gjinis Äußerungen sorgen für eine Reihe von Spekulationen. So könnte es in den Gesprächen um den Status des Kosovo, dem
Gutachten des Internationalen Gerichtshofs zu dessen Unabhängigkeitserklärung, der
Situation in Mitrovica oder dem serbischen
Vorschlag eines Gebietstauschs gehen.
Gjini sagte: "Für uns ist es - zumindest vorläufig - nicht wichtig, ob diese Verhandlungen technischer oder politischer Natur sind. Sehr wichtig ist hingegen, dass die Regierung des Kosovo Verhandlungen mit der Regierung Serbiens aufnimmt ohne die Öffentlichkeit zu informieren."
Er erklärte weiter, dass seine Partei im Besitz von "allen Informationen" sei. Es sei jetzt Aufgabe der Medien, Nachforschungen anzustellen und die Regierung nach diesen Treffen zu fragen. "Sollten sie sich weigern, Fragen zu beantworten oder die Treffen abstreiten, werden wir zusätzliche Informationen veröffentlichen", so Gjini.
Er weigerte sich, weitere Details offenzulegen und sagte lediglich, dass die AAK die Namen der beteiligten Personen und den Verhandlungsort kenne.
Hashim Thaçi, Premierminister des Kosovo, bezeichnete die Behauptung der AAK als "lächerlich". Den Bürgern des Kosovo könne er jedoch "versichern und garantieren, dass es von der UN-Generalversammlung gute Nachrichten geben wird." In der nächsten Woche würden dort mehrere Resolutionen zum Kosovo präsentiert werden.
Der Staatssekretär für das Kosovo in Belgrad, Oliver Ivanović, sagte, dass Serbien direkte Gespräche mit kosovo-albanischen Beamten ohne Beteiligung der UNMIK (Interimsverwaltungsmission der UN im Kosovo) nicht akzeptieren könne. Zwar sollten Belgrad und Priština miteinander sprechen, Geheimgespräche würden jedoch "nicht nützlich" sein.
"Es macht Sinn, dass es in dieser Atmosphäre notwendig ist, über wichtige Themen für das Überleben der serbischen Bevölkerung in Kosovo und Metochien zu sprechen", so Ivanović.
Solche Gespräche müssten aber in einem Format stattfinden, bei dem UNMIK und die EU-Kosovo-Mission EULEX beteiligt sind, wenn es um Themen der Sicherheit geht.
Verhandlungen seien im Interesse der Bevölkerung und der gesamten Region. Probleme, denen sich Serben ausgesetzt sehen, könnten nicht in Geheimgesprächen gelöst werden. "Die derzeitige Situation ist langfristig nicht aufrechtzuerhalten, da sie Spannungen erzeugt und irgendwann eskalerien könnte", erklärte Ivanović.
Das Kosovo, das seit dem Nato-Angriff auf Jugoslawien im Jahre 1999 unter UN-Verwaltung stand, hatte im Februar 2008 mit Rückendeckung der USA und führender EU-Staaten seine Unabhängigkeit erklärt. Serbien verkündete, den Verlust von 15 Prozent seines Gebietes niemals zu akzeptieren. Die UN-Vetomächte Russland und China aber auch Indien und viele weitere Staaten betrachten das Kosovo weiter als Bestandteil Serbiens.
Serbien initiierte einen Prozess vor dem Internationalen Gerichtshof der Vereinten Nationen. Am 22. Juni 2010 veröffentlichte das in Den Haag ansässige Gremium sein nicht-verbindliches Gutachten. Demnach ist die im Februar 2008 erfolgte Abtrennung des Kosovo von Serbien kein Verstoß gegen das Völkerrecht.
Daniel Tost mit BETA
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