Kohle: Eine saubere Energiequelle für die Zukunft? [DE]

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In einer Zeit, in der die Energienachfrage weltweit rasant steigt, erlebt die Kohle ein Comeback, gilt sie doch als billige und zuverlässige Energiequelle. So widmen Regierungen in Europa, den USA und Asien den enormen Kohlereserven in der Welt wieder zunehmend Aufmerksamkeit.  Doch obgleich die Effizienz und die Umweltverträglichkeit der Kohlekraftwerke verbessert wurden, bleibt Kohle der schmutzigste der fossilen Brennstoffe. Und es ist nicht zu erwarten, dass wirklich saubere Kohle - die dank CO2-Abscheidung und -Speicherung kaum CO2 abgibt – sich in den nächsten 20 Jahren wirtschaftlich lohnen wird. Insbesondere für Umweltschützer stellt Kohle angesichts der voranschreitenden Klimaerwärmung keine Lösung dar.

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Übersicht

Die steigenden Öl- und Gaspreise, sowie geopolitische Unruhen in einigen führenden Öl-Regionen haben zu einer Wiederentdeckung der Kohle als zuverlässige und günstige Energiequelle geführt. Man muss damit rechnen, dass die weltweite Nachfrage nach Kohle in den nächsten Jahrzehnten steigen wird. Die größte Nachfrage ist aus China und Indien zu erwarten, aber auch aus den Vereinigten Staaten (Energieprognose der Internationalen Energiebehörde). Kohle hat einige Vorteile:

  • Die weltweiten 
    Reserven sind enorm und Schätzungen der Internationalen Energiebehörde (IEA) gehen davon aus, dass sie bei gleich bleibendem Verbrauch für weitere 180 Jahre ausreichen könnten. Ein Bericht von März 2007 der Energy Watch Group, ein Zusammenschluss von unabhängigen deutschen Forschern, kommt jedoch zu anderen Schlüssen. Die Experten kritisieren die Qualität der Statistiken zu Kohlereserven und schätzen, dass die weltweite Kohleproduktion etwa im Jahr 2025 mit 30% über der derzeitigen Produktion ihren Höchststand erreichen wird.
  • Die weltweiten Bestände  sind einigermaßen gleichmäßig verteilt: Die USA (27%), Russland (17%), China (13%) und Indien (10%) verfügen über die Mehrheit der Reserven. Im Vergleich hierzu halten die europäischen OECD-Staaten nur 0,45% der Reserven (Quelle: IEA).
  • Kohle kann gelagert werden und im Falle eines Nachfragehochs als zusätzlicher Energieträger genutzt werden (z.B. zu Wind).

In der EU gibt es große Unterschiede zwischen den Ländern:

  • Verbrauch: Deutschland liegt, was den Verbrauch anbelangt, deutlich an erster Stelle. 2005 lag der Verbrauch bei 82,5 Megatonnen Öleinheiten (Mtoe), gefolgt von Polen (57 Mtoe), Großbritannien (39 Mtoe), Spanien (21 Mtoe), der Tschechischen Republik (20,5 Mtoe), Italien (17 Mtoe) und Frankreich (13 Mtoe) (Quelle: BP „Statistical review of world energy 2006“);
  • Produktion: Polen ist der größte Kohleproduzent in der EU (69 Mtoe) und belegt weltweit den 7. Platz. Es folgen Deutschland (53 Mtoe), Italien (17 Mtoe), die Tschechische Republik (23,5 Mtoe) und Großbritannien (12,5 Mtoe) (Quelle: BP statistical review of world energy 2006);
  • Anteil von Kohle bei der Stromerzeugung: 2002 lag der Anteil von Kohle bei der Stromerzeugung in Polen bei 92%. Auch in der Tschechischen Republik (65%) und in Griechenland (62%) ist der Anteil des Kohlestroms sehr hoch. In Deutschland liegt sein Anteil  bei 50% (Quelle: Kommission). Frankreich ist weitgehend auf Atomstrom umgestiegen.
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