CO2-Abscheidung und -Speicherung [DE]

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CO2-Emissionen aus Kraftwerken zu komprimieren und sie unterirdisch zu speichern ist eines der Verfahren, die zur Bekämpfung des Klimawandels entwickelt werden. Die EU hat eine Technologieplattform zur Schaffung emissionsfreier fossiler Kraftwerke ins Leben gerufen. Ein Rechtsrahmen für die Kommerzialisierung und Subventionierung der neuen Technologien wurde mittlerweile angenommen. 

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Übersicht

Im Kampf gegen die globale Klimaerwärmung sind die  Regierungen auf der Suche nach technologischen Lösungen, um den Ausstoß von CO2 zu reduzieren. Eine der vielversprechendsten Technologien ist die Abscheidung und Speicherung von CO2 (CCS, auch CO2-Sequestrierung genannt).

CO2-Abscheidung und -Speicherung ist ein Verfahren, bei dem das Treibhausgas  aus dem Gasgemisch, das bei der Verbrennung fossiler Energieträger in Kraftwerken entsteht, abgeschieden und verdichtet wird, bevor es in geologische Formationen oder unter dem Meeresboden gespeichert wird. Wikipedia bietet einen Überblick über das Verfahren der CO2-Sequestrierung.

Die wissenschaftlichen und technologischen Grundlagen der CO2-Abscheidung und -Speicherung sind gründlich erforscht, dennoch ist das Verfahren noch nicht weit genug entwickelt, um eingesetzt werden zu können. Weitere Fortschritte (vor allem im Bereich der Speicherung) sind notwendig und zahlreiche Herausforderungen müssen überwunden werden, ehe CCS voll einsatzfähig sein wird. Weltweit werden derzeit mehrere Pilotprojekte durchgeführt. Laut der internationalen Energieagentur (IEA) könnte dieses Verfahren schon 2015 breitere Anwendung finden, sofern die Pilotprojekte zufriedenstellende Resultate liefern.

Die Hauptakteure in diesem Verfahren sind multinationale Öl- und Erdgaskonzerne (ExxonMobil, Shell, Statoil und einige andere). Die „Karte über Projekte für CO2-Abscheidung und -Speicherung“ und das Dokument der Europäischen Kommission über „Europäische CO2-Abscheidung und -Speicherungsprojekte“ bieten eine Übersicht über derzeitige Projekte.

Jüngste politische Entwicklungen in der EU:

  • Die EU hat 2005 eine Technologieplattform für emissionsfreie fossile Kraftwerke ins Leben gerufen Technologieplattform („Nullemissionen“). Ziel ist die Realisierung solcher Kraftwerke bis 2020. Die Plattform umfasst 25 Akteure aus Industrie, Forschung, Verwaltung und Zivilgesellschaft.
  • Im September 2006 hat die Technologieplattform ihre strategische Forschungsagenda und eine Bereitstellungsstrategie vorgelegt.
  • Die Kommission ist Mitglied des Führungsforums für Kohlenstoffsequestrierung (Carbon Sequestration Leadership Forum - CSLF), ein internationales Forum für die Zusammenarbeit bei der Forschung und Entwicklung des CCS-Verfahrens.
  • Im September 2007 hat eine öffentliche Konsultation der Kommission zu kohlenstoffarmen Technologien gezeigt, dass die Öffentlichkeit dem möglichen Beitrag, den CCS und ähnliche Technologien im Kampf gegen den Klimawandel leisten können, sehr skeptisch gegenüber steht (EurActiv vom 21. September 
    2007). 
  • Am 7. Oktober 2008 stimmte der Umweltausschuss im Europäischen Parlament einem Bericht über einen Rechtsrahmen für CCS, der vom britischen liberalen Europaabgeordneten Chris Davies verfasst wurde, zu. Die Europaabgeordneten unterstützten einen Änderungsvorschlag, der die Mitgliedstaaten auffordert, Energieunternehmen zu verpflichten, CCS-Technologie zu installieren, insbesondere in ihren Kohlekraftwerken. Außerdem sollen Obergrenzen für den CO2-Ausstoß von Kraftwerken festgelegt werden.

  • Am 10. November 2008 hat die Technologieplattform „Nullemissionen“ ihren Vorschlag für ein EU-Demonstrationsprojekt vorgelegt, um die großflächige Verwendung der CO2-Abscheidung und -Speicherung in den nächsten zehn Jahren voranzubringen. Der Plan sieht bis 2015 die Errichtung von insgesamt zehn bis zwölf Demonstrationsprojekten vor, bei denen eine Vielzahl von Technologien angewendet werden, um CCS risikofrei und bis 2020 kommerziell zugänglich zu machen. 

  • Am 17. Dezember 2008 hat das Parlament mit großer Mehrheit für das Energie- und Klimapaket der EU gestimmt. Darin enthalten ist eine Richtlinie, die einen Rechtsrahmen für die CO2-Abscheidung und -Speicherung bereitstellt. Die Richtlinie gewährleistet, dass 300 Millionen ETS-Emissionszertifikate verteilt werden, um große CCS-Projekte in der EU zu finanzieren.

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