EurActiv.de

Anzeige

Sektionen

Services

Über uns

Medien-Partner

Anzeige

Energie und Klimaschutz


Ohne Stromnetze unter dem Mittelmeer kann das Jahrhundertprojekt DESERTEC nicht funktionieren. Jetzt sind französische Firmen am Zug. Foto: dpa.

Ohne Stromnetze unter dem Mittelmeer kann das Jahrhundertprojekt DESERTEC nicht funktionieren. Jetzt sind französische Firmen am Zug. Foto: dpa.

Aktuell - Donnerstag 20 Mai 2010 - Energie und Klimaschutz

Stromnetz unter dem Mittelmeer

Transgreen - Desertec bekommt Gesellschaft

Bislang bestand Frankreichs Energieaußenpolitik im Verkauf von Atomkraftwerken. Jetzt planen französische Unternehmen, in den Import von Ökostrom aus Nordafrika einzusteigen. Desertec-Vorstandschef Paul van Son begrüßt den Vorstoß.

Anzeige

Französische Firmen planen ein Industrie-Konsortium zum Bau eines Stromnetzes unter dem Mittelmeer. Das berichtet das Opens external link in new windowHandelsblatt mit Berufung auf Unternehmenskreise. Das Netz könnte den Strom des deutsch dominierten Wüstenstromprojekts Desertec nach Europa transportieren. Bei Desertec sind bislang Siemens und ABB als Anbieter der entsprechenden Leitungen vertreten.

Wie das Handelsblatt berichtet, soll Frankreichs Umweltminister das Projekt mit dem Namen "Transgreen" offiziell nächste Woche vorstellen. Geschäftsführer soll der Ökonom Christian Stoffaes werden. 

Die Transgreen-Initiative wird bereits im Rahmen der Union für das Mittelmeer Opens external link in new windowdiskutiert. Mitwirken sollen die Netztochter des franzöischen Stromriesen EDF, Alstom, und der Kabelanbieter Nexans. Siemens soll ebenfalls mit an Bord sein. Zunächst werden bis 2012 Machbarkeitsstudien erstellt.

"Netze sind Schlüsselelement"


Desertec (Opens external link in new windowsiehe EurActiv.de 13. Juli 2009) hat sich das Ziel gesetzt, mit Solarthermie-, Photovoltaik- und Windkraftanlagen in Nordafrika rund 15 Prozent des europäischen Strombedarfs decken. Die notwendigen Investionen werden auf mehere Hundert Milliarden Euro geschätzt. Im Jahr 2020 sollen die ersten Anlagen in Betrieb gehen. Der Planungshorizont reicht bis 2050.

Bislang fehlen die Netze, um Ökostrom in großen Mengen aus Nordafrika zu importieren. Allerdings sind bereits Untersee-Leitungen zwischen Algerien und Spanien, Algerien und Sardinien sowie Tunesien und Sizilien in der Planung.

Die Desertec-Verantwortlichen begrüßen den französischen Vorstoß. "Die Frage der Stromübertragung von Nordafrika zu den europäischen Märkten ist natürlich ein Schlüsselelement des Desertec-Projekts", sagte Desertec-Vorstandschef Paul van Son dem Handelsblatt.

Die Initiative passt in das neue Konzept Frankreichs, auf Ökostrom zu setzen. So wolle man zum Beispiel "Weltmarktführer" im Bereich Solarenergie werden (Opens external link in new windowEurActiv.de vom 24. Juli 2010). Bisher hat Frankreich den Schwerpunkt seiner Energiepolitik auf Atomstrom gelegt. Auch den nordafrikanischen Staaten werden regelmäßig Atomkraftwerke angeboten.

Deutschland steht hinter Desertec


Klar ist, dass beide Projekte ohne staatliche Unterstützung nicht zu realisieren sind. Die Bundesregierung will Desertec mit staatlichen Geldern vorantreiben. Nach der Konkretisierung des Vorhabens seien deutsche Exportfördermaßnahmen und Hermes-Bürgschaften denkbar, sagte Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) Anfang März. Das Projekt soll ins nationale Energiekonzept eingehen, dass im Herbst präsentiert wird. 

"Die Erwartung ist, dass der Strom aus der Wüste, besonders der aus sogenannten solarthermischen Kraftwerken, nicht nur CO2-frei, sondern auch langfristig wirtschaftlich und grundlastfähig (also frei von Wetterschwankungen) erzeugt werden kann", so Brüderle. Die Regierung hat eine Arbeitsgruppe unter Führung des Wirtschaftsressorts eingerichtet, die die staatliche Unterstützung koordiniert.

Zum Desertec-Konsortium gehören neben der Deutschen Bank Unternehmen wie Siemens, sowie die Energiekonzerne Eon und RWE, aber auch Firmen aus Spanien und Algerien. Ingesamt sind 17 Gesellschafter aus acht Ländern beteiligt. Frankreich ist bislang durch Saint-Gobain Solar vertreten.

awr

Links


Handelsblatt:
Opens external link in new windowFranzosen verkabeln die Wüste (20. Mai 2010)

DESERTEC Industrial Initiative (Dii GmbH): Opens external link in new windowWebseite

Union für das Mittelmeer (EUROMED): Opens external link in new windowWebseite

________________________

Hinweis: Mehr zur zukünftigen EU-Energiepolitik finden Sie im Opens external link in new  windowEurActiv.de Yellow Paper. Die Sonderpublikation versammelt Analysen, Visionen, Ideen und Forderungen aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft.

In der Reihe "EU Quo Vadis - Standpunkte zur Energiepolitik" sind auf EurActiv.de erschienen:

Christian Hey: Opens external link in new windowEuropas Weg zu 100 Prozent Ökostrom (11. März 2010)
Manuel Sarrazin:
Opens external link in new windowAutonomie oder Verflechtung? (10. März 2010)
Rebecca Harms: Opens external link in new windowKein Platz für Kohle und Atom (10. März 2010)
Lutz Mez:
Opens external link in new windowAtom-Renaissance – Viel Rauch um Nichts? (10. März 2010)
Michaele Schreyer:
Opens external link in new windowWeg zur EU-Energiewende (8. März 2010)
Reinhard Loske: Opens external link in new window"Den Konsumismus überlisten" (8. März 2010)
Fritz Reusswig:Opens external link in new window Opens external link in new window"Wir brauchen die dritte industrielle Revolution" (1. März 2010)
Hans-Josef Fell: Opens external link in new window"Weitgehendes Versagen der EU-Energiepolitik" (1. März 2010)

RSS

Agenda

Anzeige
Anzeige