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Energie und Klimaschutz


Die Desertec Industrie-Initiative (DII) steht bereit, um den neuen EU-Plan einer Energiegemeinschaft mit Nordafrika effektiv umzusetzen, sagt DII-Chef Paul Van Son. Fotos: dpa.

Die Desertec Industrie-Initiative (DII) steht bereit, um den neuen EU-Plan einer Energiegemeinschaft mit Nordafrika effektiv umzusetzen, sagt DII-Chef Paul Van Son. Fotos: dpa.

Aktuell - Freitag 11 März 2011 - Energie und Klimaschutz

MENA: Integration in EU-Energiebinnenmarkt

EU-Energiegemeinschaft mit Nordafrika: Chance für Desertec

Die EU bietet den jungen Demokratien in Nordafrika eine "verlässliche Perspektive" für die Integration in den EU-Energiebinnenmarkt. Das könnte dem Wüstenstromprojekt Desertec (DII) einen großen Schub verleihen. DII-Chef Paul Van Son lobt die Initiative gegenüber EurActiv.de .

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"Wir begrüßen eine solche Energiepartnerschaft sehr", erklärte DII-Geschäftsführer Paul Van Son am Freitag gegenüber EurActiv.de. Vor etwa 30 Jahren habe schon die Opens external link in new windowEuropäische Energiecharta zwischen der EU und Osteuropa einen wichtigen Impuls für Energieaustausch und Zusammenarbeit gegeben. "Wir können uns vorstellen, dass es ähnliche interessante Modelle für die Süd-Nord Zusammenarbeit geben wird", so Van Son.

EU stellt Energiegemeinschaft in Aussicht


Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton und Nachbarschaftskommissar Štefan Füle regen in ihrem Opens external link in new windowKonzept für die neue europäische Nordafrika-Politik eine "Energiegemeinschaft EU-Südlicher Mittelmeerraum" an. Die Agenda wird den EU-Staats- und Regierungschefs am Freitag auf dem Sondergipfel zu Libyen vorgestellt. 

Im Konzept zur Unterstützung der Transformations-Prozesse in Ländern wie Ägypten und Tunesien heißt es (S.12): "Hier bietet sich die Schaffung einer EU-Mittelmeerpartnerschaft für Erzeugung und Management von Energie aus erneuerbaren Energieträgern, insbesondere von Solar- und Windenergie und die Ausarbeitung eines gemeinsamen Konzepts zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit an." Gemeinsame Investitionen in erneuerbare Energieträger im südlichen Mittelmeerraum könnten entsprechend der von der EU geplanten Reduzierung des Kohlenstoffausstoßes bis 2050 um 80 bis 95 Prozent die "Grundlage einer neuen Partnerschaft bilden, sofern eine geeignete Marktperspektive für Stromimporte geschaffen wird". Daher sollte eine verlässliche Perspektive für die Integration des südlichen Mittelmeerraums in den EU-Energiebinnenmarkt eröffnet werden.

Und weiter: "Mittel- bis langfristig würde sich daraus eine Art Energiegemeinschaft zwischen der EU und dem südlichen Mittelmeerraum entwickeln, an der zunächst die Maghreb-Länder und später möglicherweise auch die Maschrik-Länder beteiligt sind." Diese Gemeinschaft könnte entweder durch die Ausweitung der Energiegemeinschaft zwischen der EU und ihren östlichen und südöstlichen Nachbarländern oder nach deren Vorbild geschaffen werden und sollte die einschlägigen EU-Rechtsvorschriften im Energiebereich abdecken, um eine echte und dauerhafte Kohärenz zwischen der Energiepolitik der südlichen Mittelmeerpartner und der EU-Politik zu erreichen.

Wüstenstrom muss Weg nach Europa finden


Desertec-Chef Paul Van Son kündigte an, die Initiative zu unterstützen: "Wir, die DII und unsere Partner aus der Industrie, arbeiten gern mit Regierungen in Nordafrika und Europa zusammen, um solche Pläne im Bereich erneuerbare Energien effektiv umzusetzen." Die neue Energiegemeinschaft mit den sogenannten MENA-Staaten (Middle East and North Africa) könnte auch die rechtlichen Voraussetzungen für Desertec verbessern. "Eines unserer Ziele ist, die regulatorischen Rahmenbedingungen für die Integration der Energiemärkte in MENA und EU zu schaffen, um erneuerbaren Energien von der Wüste in die Verbrauchszentren nach Europa zu bringen", so Van Son. Im Zuge einer Energiepartnerschaft sollte auch die EU-Direktive zur Förderung der Erneuerbaren Energien (2009/28/EC) vorangetrieben werden. Bislang ist noch nicht klar, ob Strom von Desertec vorrangig ins EU-Netz eingespeist wird, und inwieweit die europäischen Förderungsmodelle für Importe von Öko-Energie greifen.

Paul Van Son bekräftigte, beide Seiten müssten Vorteile aus Desertec ziehen: "In jedem Fall soll Nordafrika, der Nahe Osten und auch die EU von der Schaffung von Arbeitsplätzen sowie Technologie- und Wissenstransfer im Rahmen von Desertec profitieren."

Opens window for sending emailAlexander Wragge

Links


EU-Kommission:
Opens external link in new windowEine Partnerschaft mit dem südlichen Mittelmeerraum für Demokratie und gemeinsamen Wohlstand. Mitteilung der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton (8. März 2011)

EU: Opens external link in new windowRichtlinie zu Erneuerbare Energien (2009/28/EC)

EU:Opens external link in new windowEuropäische Energiecharta

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