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Auch Giraffen im Zoo sind nicht vor Google Street View sicher. Sie kümmert der Datenschutz indes wenig (Foto: dpa)

Google Maps ist der Vorgänger: Jede Straße ist aufgezeichnet, Routen lassen sich berechnen, und um herauszufinden, wo die nächste U-Bahn-Station ist, ist nur ein Klick nötig. Google Earth folgt - die Welt in 3D. Aber das sollte noch nicht alles sein, was Google zu bieten hat: Mit Google Street View kann man voraussichtlich ab November virtuell durch die 20 größten Städte Deutschlands reisen, darunter Berlin, München, Duisburg, Hamburg und Bremen.

Flut von Widersprüchen erwartet

Einen ähnlichen Dienst gibt es allerdings in Österreich und Deutschland schon seit geraumer Zeit, freilich nicht von Google. Google Street View war in Deutschland bereits für 2009 angekündigt, ließ jedoch auf sich warten. Die deutsche Seite sightwalk.de nutzte die Gunst der Stunde. Auf ihrer Seite kann man durch die Friedrichstraße in Berlin bummeln oder sich den Kölner Dom anschauen. Doch niemand kritisierte diese Seite so sehr, wie es jetzt bei Google der Fall ist.

Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) rechnet bereit jetzt mit einer fünfstelligen Summe von Widersprüchen. Um dem vorzubeugen, gibt es eine viermonatige Frist, in der Einspruch erhoben werden kann, sollte man nicht wollen, dass sein Haus oder Wohnung bei dem Dienst gezeigt wird. Man wird dann von Google einen Brief mit einem Code erhalten. Gibt man den Code auf der Website ein, kann man das gewünschte Objekt unkenntlich machen.

Google entscheidet selbst über Unkenntlichmachung

Doch Datenschützer sehen weit mehr Probleme: Gesichter und Nummernschilder werden zwar unkenntlich gemacht, aber nicht die Kleidung von Personen, das heißt, es ist immer noch möglich sie zu identifizieren. Auch hier kann man sich beschweren. Allerdings liegt dann die Entscheidung, ob man die Person unkenntlich macht oder nicht, bei Google.

Kommunalpolitiker Reinhold Harwart in der Gemeinde Molfsee bei Kiel wies vor zwei Jahren außerdem daraufhin, dass die Kamera auf Schlafzimmerhöhe, 2,50 Meter angebracht sei. „Da hört für mich der Spaß auf“, betont er. Jeder Einbrecher wird leichtes Spiel haben: Er kann nun im Internet Gebäude genau betrachten, um eventuell einer Alarmanlagen oder sonstigen Gefahren aus dem Weg zu gehen.

„Leute wissen gar nicht, was sie erwartet"

Der Hamburgische Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar meint: „Die Leute wissen gar nicht, was sie da erwartet."

Städte wie London, Paris oder Barcelona kann man sich bereits anschauen, sogar ein Blick in die Fußballstadien Südafrikas wird ermöglicht. Die Vorteile laut Google sind, dass man sich die Welt ansehen kann, ohne dafür Geld ausgeben zu müssen, sowie eine höhere Mobilität, Teilhabe und Barrierefreiheit, das heißt unbegrenzte Möglichkeiten zu genießen und sich bereits im Voraus über die Lage im Reiseziel zu erkundigen.

Google erhofft sich viel von Street View, immerhin stieg die Nutzung von Google Maps um 20 Prozent, nachdem der Dienst in anderen Ländern eingeführt worden war. „Wir erwarten für Deutschland mindestens die gleiche Entwicklung“, erklärt Raphael Leiteritz, Google-Produktmanager. Außerdem weist er daraufhin, dass Bedenken um das Produkt sehr ernst genommen werden.

Firmensprecherin Lena Wagner kündigte an: „Unser Ziel ist es, alle öffentlich befahrbaren Straßen in Street View erfahrbar zu machen.“

Hintergrund

2007 startete Google Street View in den USA; seitdem sind 21 weitere Länder dazugekommen. Seit seinem Beginn stößt der Dienst auf Widerstand, sei es heftige Kritik aus den USA, Fotoverbot in Griechenland oder Blockaden in deutschen Gemeinden, die den Kamerawagen an der Durchfahrt hindern.

Wiebke Bredemeier

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EurActiv.de:  Öffnet externen Link in neuem FensterGoogle Street View in der Sackgasse


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