Ein Mann, ein Wort. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy widmet seine Energie dem Kampf gegen Steuerparadiese. Foto: dpa

Am Montag veröffentlichten Pariser Zeitungen die Liste der Länder, die nach französischem Finanzrecht fortan als Steuerparadiese gelten. Die französischen Großbanken haben sich verpflichtet, Filialen in Steuerparadiesen zu schließen.

Frankreich hebt zum März die Quellensteuer auf Dividenden, Zinsen und Lizenzabgaben, die über Steuerparadiese fließen, von 15 auf 50 Prozent an. Außerdem wird die 95-prozentige Steuerbefreiung für Dividenden, die von einem Unternehmen an seine Konzernmutter gezahlt werden, gestrichen, wenn das Tochterunternehmen in einem Steuerparadies sitzt.

Auf der französischen "Schwarzen Liste" stehen 18 Staaten vor allem aus der Karibik und Mittelamerika, Ozeanien und Asien. EU- Staaten wie Luxemburg sind nicht darunter, weil das europäische Recht das verbietet. Genannt werden Länder wie Costa Rica und Panama, Grenada und Dominica, die Cook- und die Marshall-Inseln, Brunei und die Philippinen. Mit Last-Minute-Zusagen gelang es Chile, Singapur, Malaysia, Uruguay, den Bahamas und Vanuatu nach Informationen der Finanzzeitung "Les Echos", von der Liste zu kommen.

Ein Vorstoß des Senats, die Schweiz aufzulisten, wurde von der Regierung abgeblockt. Bern hatte gedroht, ein neues Doppelbesteuerungsabkommen mit Paris zu blockieren. Die Verhandlungen mit der Schweiz über das Abkommen laufen jetzt wieder.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) führt schon seit April 2009 keine Länder mehr auf ihrer Schwarzen Liste der Steuerparadiese. Auf einer Grauen Liste der OECD stehen Länder, die Wohlverhalten versprechen, aber ihre Zusage bisher nicht ausreichend umsetzen

dpa


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