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Die unübersichtlichen Preisangaben bei Flugtickets sind nicht immer im Sinne der Verbraucher Foto: dpa Die unübersichtlichen Preisangaben bei Flugtickets sind nicht immer im Sinne der Verbraucher Foto: dpa

Die zwei größten deutschen Fluggesellschaften, Lufthansa und Air Berlin, haben angekündigt, dass die Ticketpreise steigen werden. Als Grund geben beide Unternehmen die Einbeziehung des Luftverkehrs in das EU-Emissionshandelssystem (EU-EHS) an.

Kosten, Klagen, Handelskriege


Mit Beginn des Jahres 2012 sind alle Fluggesellschaften per EU-Gesetz verpflichtet, für Flüge von und nach Europa, Emissionsrechte in Form von CO2-Zertifikaten nachzuweisen. Im Jahr 2012 werden 82 Prozent der notwendigen Zertifikate den Fluggesellschaften kostenfrei zugeteilt, weitere 15 Prozent der Zertifikate müssen von den Airlines ersteigert werden, drei Prozent werden für neue Airlines zurückgehalten.

Die EU-Kommission hatte bereits im September 2011 angekündigt, dass Flugtickets künftig um zwei bis zwölf Euros teurer werden könnten, weil die Luftfahrt ab 2012 in das EU-Emissionshandelssystem aufgenommen wird.

Der internationale Luftfahrtverband IATA (International Air Transport Association) rechnet damit, dass auf die Branche allein in diesem Jahr Zusatzkosten in Höhe von 900 Millionen Euro zukommen werden. Bis zum Jahr 2020 werden die Belastungen aufgrund des EU-EHS auf 2,8 Milliarden Euro steigen, Opens external link in new windowprognostiziert IATA.

Über 40 Länder – darunter USA, China, Russland und Indien - wehren sich dagegen, dass ihre heimischen Airlines am EU-Emissionshandel teilnehmen müssen. So haben die amerikanische Luftfahrt-Organisation sowie die Fluggesellschaften American Airlines und United Continental vor dem Europäischen Gerichtshofs (EuGH) gegen die EU-Regelung geklagt - und verloren (Opens external link in new windowEurActiv.de vom 21. Dezember 2011).

Der Streit zwischen der EU und den betroffenen Drittländern ist damit aber noch nicht beigelegt. China hat offen davor gewarnt, dass der Zwang zur Teilnahme am Emissionshandel einen Handelskrieg auslösen könnte (Opens external link in new windowEurActiv.de vom 22. Dezember 2011).

Air Berlin


Air Berlin werde die fixen Bestandteile der Flugpreise erhöhen, Opens external link in new windowzitierte das Handelsblatt eine Unternehmenssprecherin. Die Airline werde in diesem Jahr etwa 28 Millionen Euro für den Erwerb der CO2-Zertifikate ausgeben müssen.

Lufthansa

Lufthansa rechnet für das laufende Jahr mit Zusatzkosten in Höhe von 130 Millionen Euro für das Jahr 2012. Die Zusatzkosten werden dabei ab sofort in den bestehenden Kerosinzuschlag eingespeist. "Lufthansa hat den Kerosinzuschlag für Europa- und Langstreckenflüge zuletzt am 15. Dezember 2011 zwischen drei und zehn Euro erhöht. Die Gestaltung des Zuschlags wird sich künftig sowohl nach der Höhe des Ölpreises als auch nach den Preisen für den Erwerb der Emissionsrechte richten", Opens external link in new windowkündigte Lufthansa an.

Carsten Spohr, Mitglied des Vorstands der Deutschen Lufthansa AG, bezeichnete die Einbeziehung europäischer Fluggesellschaften in den EU-Emissionshandel als "eine weitere Zusatzbelastung", die das Fliegen in und über Europa für den Passagier verteuern werde. "Sie verzerrt zudem den Wettbewerb und schadet der Nachhaltigkeit des Luftverkehrs, wenn die politisch zugesicherte Wettbewerbsneutralität nicht umgesetzt werden kann", sagte Spohr.

EurActiv/mka


Ein englischsprachiger Beitrag zu diesem Thema erschien auf Opens external link in new windowEurActiv.com.

Links


Dokumente


Lufthansa: Opens external link in new windowTicketpreise werden in Europa durch Einbeziehung des Luftverkehrs in den Emissionshandel steigen (2. Januar 2012)

Gerichtshof der Europäischen Union: Öffnet externen Link in neuem FensterDie Richtlinie, mit der der Luftverkehr in das System für den Handel mit CO2-Emissionszertifikaten in der Gemeinschaft einbezogen wurde, ist gültig (21. Dezember 2011) 

BUND: Öffnet externen Link in neuem FensterEinbeziehung des Flugverkehrs in den EU-Emissionshandel: Fortschritt für Klimaschutz und gerechten Wettbewerb (21. Dezember 2011)

US-Repräsentantenhaus: Opens external link in new windowBill to prohibit operators of civil aircraft of the United States from participating in the European Union’s emissions trading scheme (Juli 2011)

Europäische Kommission

Opens external link in new windowLuftverkehr ab 2012 im Emissionshandel: Benchmarks veröffentlicht (26. September 2011)

Opens external link in new windowVorschriften für kostenlose Zuteilung von Emissionszertifikaten an Fluggesellschaften (26. September 2011)

Opens external link in new windowReducing emissions from the aviation sector

Opens external link in new windowCommission Decision on benchmarks to allocate greenhouse gas emission allowances free of charge to aircraft operators (Herbst 2011)

Opens external link in new windowQuestions & Answers on the inclusion of aviation in the EU's Emission Trading System EU ETS (26. September 2011)

Mehr zum Thema auf EurActiv.de


Opens external link in new windowChina warnt vor Handelskrieg (22. Dezember 2011)

Öffnet externen Link in neuem Fenster"Sieg der Vernunft" - US-Airlines unterliegen im Streit um Emissionshandel (21. Dezember 2011)

Öffnet externen Link in neuem FensterUSA per Gesetz gegen EU-Emissionshandel (28. Oktober 2011) 

Öffnet externen Link in neuem FensterEU-Emissionshandel: Kaum Chancen für Airline-Klagen (6. Oktober 2011)

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