PARTNER

In Spanien breitet sich die

Deutschland hat vergangene Woche eine Massenimpfung gegen die so genannte Schweinegrippe beschlossen. Allerdings zeichnet sich zwischen Bund und Ländern Streit darüber ab, wer neben den Krankenkassen die Kosten übernehmen soll. Auch europäisch könnte die Bekämpfung des H1N1-Erregers noch für eine Finanzierungs-Debatte sorgen, sagte Jo Leinen (SPD), Vorsitzender des Gesundheitsausschusses im Europaparlament, gegenüber EurActiv.de.

Nach momentaner Schätzung würde die notwendige Impfung von rund 150 Millionen Europäern zwischen 2,5 und 3 Milliarden Euro kosten. "Im Extremfall muss die EU einen Solidaritätsmechanismus organisieren, entweder bilateral oder kollektiv über die Kommission", sagte Leinen. Die Kosten der Impfungen in besonders betroffenen Regionen sollten gemeinsam geschultert werden.

Jo Leinen warnte vor einem europäischen "Wettbewerb um den Impfstoff". Es bestünde die Gefahr, dass die Nationalstaaten bei Impfaktionen zuerst an sich denken, weil die Gesundheitspolitik national organisiert ist. "Da muss die EU eine gerechte Verteilung organiseren", sagte Leinen. Wichtiger als eine breite Impfung in einzelnen Staaten sei die Impfung der Risikogruppen in allen EU-Ländern. Dazu zählen kranke Menschen, Gesundheitspersonal sowie Kräfte von Polizei und Feuerwehr. 

"Wir dürfen es uns nicht bequem machen"

Die Zahl die Infektionen wird nach Leinens Einschätzung auf mehr als eine Million steigen. "Wir haben diese Zahlen bei anderen Grippewellen erreicht, das wird dieses Mal auch so sein." Mit Beginn der kalten Jahreszeit im September und Oktober werde sich die Pandemie erheblich verstärken. "Die Bugwelle der Grippe kommt erst noch", so Leinen.

Leinen warnte davor, die Alarmbereitschaft zu beenden. "Die Virus ist neu und wir haben noch keinen Impfstoff. Wir dürfen es uns nicht zu früh bequem machen." Sollte der Virus im Herbst mutieren und sich mit anderen kombinieren, bevor ein Serum da sei, stünde man vor einem großen Problem.

Die schwedische Präsidentschaft koordiniert derzeit die Beobachtung und Bekämpfung der Grippe auf EU-Ebene. Ende September sollen sich die EU-Gesundheitsminister bei einem Sondergipfel treffen, um das weitere Vorgehen zu beraten.

Alexander Wragge

 

© EurActiv 2008-2012.