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Der derzeitige EU-Ratspräsident Fredrik Reinfeldt und der US-Präsident Barack Obama unterhielten sich bereits beim G20-Gipfel Ende September über globale Herausforderungen. Am 3. November folgt nun der EU-USA Gipfel. Foto: dpa

EU-Kommissarin Benita Ferrero-Waldner Opens external link in new windowdefinierte vor wenigen Tagen die USA als den außenpolitischen Hauptpartner. Zugleich machte sie deutlich, dass sich die EU an die Realitäten einer multipolaren Welt anpassen muss. Das bedeutet nicht nur, dass neue Akteure wie China oder Indien die Weltpolitik entscheidend mitbestimmen, sondern dass sich auch die transatlantischen Beziehungen ändern müssen.

Vor dem morgen beginnenden EU-USA Gipfel gehen Jeremy Shapiro und Nick Witney einen Schritt weiter und fordern ein postamerikanisches Europa. Ihre These formulieren sie in der heute veröffentlichten Studie Opens external link in new window"Towards a post-American Europe: a power audit of EU-US relations" für den Europäischen Rat für Auslandsbeziehungen (ECFR).

Die beiden Autoren haben mit Experten aus den 27 EU-Staaten gesprochen und dabei festgestellt, dass die Europäer bisher "versäumt haben, ihre Einstellungen, Verhaltensweisen und Strategien abzuschütteln, die sie sich während der jahrzehntelangen amerikanischen Hegemonie zugelegt haben".

Die ECFR-Analysten schlussfolgern daraus, dass "dieses Europa von schnell sinkendem Interesse für die USA" sei. "In einer postamerikanischen Welt, ist eine für beide Seiten funktionierende transatlantische Beziehung von einem Entstehen eines postamerikanischen Europas abhängig."

Teile und herrsche


Die USA werden bei bestimmten Themen kaum der Versuchung widerstehen, das Herrschaftsprinzip "Teile und herrsche" in Europa anzuwenden, solange sich einige europäische Staaten als natürlich privilegierte Partner in der transatlantischen Beziehung verstehen. "Letztlich können wir von den Amerikanern nicht erwarten, dass sie stärker auf Integration setzen als die Europäer selbst."

Die Sonderbeziehungen zwischen den USA und Europa, die sich während des Kalten Krieges entwickelt haben, seien endgültig vorbei, argumentieren Shapiro und Witney.

Die nächsten Jahrzehnte werden vom Duo USA-China bestimmt und Europa muss seinen Platz in diesem Beziehungsgeflecht finden, fordern die ECFR-Analysten.

Europa müsse mit einer Stimme sprechen und sein kollektives Gewicht einbringen, denn "eine inkohärente und ineffizientes Versammlung von europäischen Staaten wird immer mehr marginalisiert zu Gunsten neuer Partner mit einer größeren Zielstrebigkeit."

mka


Dokumente

ECFR: Opens external link in new window"Towards a post-American Europe: a power audit of EU-US relations" (November 2009)
Ratspräsidentschaft: Opens external link in new windowInformationen zum Gipfel EU-USA (englisch)
Rat: Opens external link in new windowDie Agenda von Javier Solana beim Washington-Besuch vom 3. bis 6. November 2009 (englisch)
Eurostat: Opens external link in new windowWarenverkehr zwischen der EU27 und den USA (30. Oktober 2009)

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