Arbeitslosigkeit in der Euro-Zone steigt weiter
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Ein Handelsvolumen von 77 Milliarden Euro verbindet die EU mit Indien. Indiens Premierminister Manmohan Singh und EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso wollen ein noch engeres Verhältnis. Foto: ER.
Aktuell - Freitag 6 November 2009 - Binnenmarkt und Wettbewerb
Die EU und Indien wollen binnen eines Jahres ein Freihandelsabkommen abschließen. Demnächst hilft man sich bei einer Autofabrik und in der Nuklearforschung. Eine konkretes CO2-Reduktionsziel konnte die hochrangige EU-Delegation Indien nicht abringen.
"Beide Seiten sind sich einig, dass ein Handels- und Investitionsabkommen mit einer breiten Basis im gemeinsamen Interesse liegt", sagte der indische Premierminister Manmohan Singh am Freitag beim zehnten EU-Indien-Gipfel in Neu Delhi. "Wir haben die Hoffnung ausgedrückt, dass die Verhandlungen in einem Jahr abgeschlossen sein können." Indien und die EU verhandeln seit 2007 über ein entsprechendes Abkommen. Die EU verknüpft Handel mit Fragen des Klimaschutzes und der Kinderarbeit, wogegen sich Indien wehrt. Ein weiterer Streitpunkt sind geistige Eigentumsrechte.
Jüngst hatte die Hilfsorganisation Oxfam die Marktöffnung Indiens für europäische Handelsketten kritisiert (
Siehe EurActiv.de vom 4. November 2009). Oxam-Referent David Hachfeld warnte: "Das vorgeschlagene Abkommen würde die Möglichkeit der indischen Regierung, Handel und Investitionen entwicklungsfreundlich zu gestalten, erheblich einschränken."
Die EU ist der wichtigste Handelspartner Indiens. Das bilaterale Handelsvolumen beläuft sich auf 77 Milliarden Euro. Der indische Handelsminister Anand Sharma hatte am Donnerstag gesagt, beide Seiten wollten den Handel in den kommenden vier Jahren verdoppeln. Der amtierenden EU-Ratspräsident und schwedische Ministerpräsidenten Fredrik Reinfeldt
sagte am Freitag, die Beziehungen zwischen Indien und der EU hätten "riesiges Potenzial", noch stärker zu werden.
Weitere Themen des Gipfels waren unter anderem der Klimaschutz, Terrorismus sowie die zunehmende Gewalt in Afghanistan und Pakistan. Reinfeldt sagte, die EU stehe im Kampf gegen den Terrorismus an der Seite Indiens.
Indiens Premiermister Manmohan Singh wollte nach dem Treffen kein konkretes CO2-Reduktionsziel nennen. "Wir haben einen ehrgeizigen nationalen Plan für den Kampf gegen den Klimawandel, aber wir haben noch keine Zahl zur Reduzierung der Emissionen", sagte Singh.
Bei dem Gipfel verabredeten beide Seiten auch die Zusammenarbeit bei einem zivilen nuklearen Forschungsprojekt. Indien beteiligt sich demnach am Versuchs-Fusionsreaktor ITER, der derzeit in Frankreich gebaut wird.
Zudem wurde ein Darlehen der Europäischen Investitionsbank (EIB) vorgestellt. Mit 100 Millionen Euro wird eine neue Autofabrik im Bundesstaat Maharashtra zum Teil finanziert. Die Fabrik produziert drei umweltfreundliche Kleinwagen-Modelle, die speziell für den indischen Markt gedacht sind.
dpa/awr
EU-Ratspräsidenschaft:
Statement zum Handelsabkommen EU-Indien-Gipfel (6. November 2009)
EU-Kommission:
Übersicht zur Beziehung EU-Indien
Eurostat:
Handelsbilanz EU-Indien (4. November 2009)
NGO
Oxfam:
"Zur Kasse bitte!". Studie zur Liberalisierung des Einzelhandelns in Indien (3. November 2009)
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