Europäischer Qualifikationsrahmen soll Mobilität fördern [DE]

  

Der neue Europäische Qualifikationsrahmen für lebenslanges Lernen soll die Mobilität von Studenten und Arbeitnehmern fördern, indem er die Transparenz von unterschiedlichen nationalen Qualifikationen – akademischen und beruflichen – erhöht.

„Die Menschen in Europa, die aus bildungstechnischen oder beruflichen Gründen in ein anderes Land gehen, oder die auf bereits absolvierter Aus- oder Weiterbildung aufbauen möchten, stoßen viel zu oft auf Hindernisse“, sagte Ján Figel’, Kommissar für allgemeine und berufliche Bildung, Kultur und Mehrsprachigkeit als er die Empfehlung zur Einrichtung eines Europäischen Qualifikationsrahmens für lebenslanges Lernen am 5. September 2006 präsentierte.

Der vorgeschlagene Europäische Qualifikationsrahmen (EQR) soll als ‚Übersetzungshilfe’ dienen, um die Bedeutung der unterschiedlichen nationalen allgemeinen und beruflichen Qualifikationen ersichtlicher zu machen. Ziel des Programms ist es, die allgemeine Bildung und Weiterbildung, Berufsbildung und die Bildungssysteme transparenter und zugänglicher zu machen und dadurch die Mobilität von Studenten und Arbeitnehmern zu fördern. 

Das Kernstück des EQR ist ein System mit acht Bezugsebenen, welches die Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen der Studenten auf allen Ebenen nach „Lernergebnissen“ einordnet – was der Student weiß, versteht und leisten kann. Die Einführung von EQR-Bezugsebenen bedeutet dementsprechend einen Wechsel weg von dem traditionellen Ansatz, der auf die Länge der Ausbildung und Art der Bildungsinstitution fokussiert. 

Wenn ab nun die ‚Lernergebnisse’ verglichen werden, werden die Anforderungen des Arbeitsmarktes und der Bildungs- und Ausbildungsinstitutionen besser geregelt sein und die Anerkennung nichtformellen und informellen Lernens wird erleichtert. 

Positionen: 

Eurochambres hat den Vorschlag begrüßt und vertritt die Auffassung, dass erhöhte Transparenz unterschiedlicher Qualifikationssysteme ein Fortschritt des Kopenhagener Prozess’ bedeutet (bessere Zusammenarbeit sichern in den Bereichen Weiterbildung und Ausbildung), lebenslanges Lernen und Mobilität stärkt und die Einhaltung der Ziele von Lissabon fördert. Eurochambres kritisierte jedoch, der Vorschlag sei sehr kompliziert und sollte für Unternehmen und die Betroffenen einfacher gestaltet werden. Auch seien acht Bezugsebenen übertrieben.

Zeitplan: 
  • Der EQR-Vorschlag wird nun vom Ministerrat und dem Europäischen Parlament behandelt. Es wird erwartet, dass der Vorschlag angenommen wird.

  • Der Vorschlag sieht vor, dass die Mitgliedstaaten ihre nationalen Qualifikationssysteme bis 2009 an den EQR anpassen.

Links: 
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